Al-Anbar: Mit Drohnen in den Jihad

Ansichtssache24. März 2014, 10:56
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Für militante Islamisten ist der besorgte Blick in den Himmel fast schon obligatorisch: Mit Drohnen machen vor allem die USA Jagd auf Mitglieder der Al-Kaida und mit ihr assoziierten Gruppen. Doch nun greifen die Jihadisten selbst auf ferngesteuerte Fluggeräte zurück. Bilder, die über einen Kanal radikaler Islamisten veröffentlicht wurden, sollen den Einsatz einer Drohne im Namen des "Islamischen Staates im Irak und der Levante" (ISIS) in der irakischen Unruheprovinz Fallujah zeigen.

Auf einem Video, das ebenfalls in Fallujah gedreht worden sein soll, ist eine Drohne zu sehen, die eine Phantom-Quadrocopter ähnlich sieht. Phantom-Drohnen können um einen Preis zwischen 500 und 1200 US-Dollar erworben werden und sind unter anderem mit einer HD-Kamera ausgerüstet. Gesteuert können die Geräte über ein Smart-Phone mit Android-Betriebssystem werden.

Die ISIS-Milizen, die zunächst gegen die amerikanische Besatzung im Irak kämpften, kontrollieren derzeit auch Teile Syriens, in denen die Islamisten ihre besonders strenge Auslegung der islamischen Gesetzgebung durchsetzen. Das schließt Enthauptungen und Körperstrafen ein, die von sogenannten Scharia-Gerichten verhängt werden. ISIS terrorisiert seine Gegner darüber hinaus mit Bombenanschlägen

Im Irak profitierten die islamistischen Kämpfer von dem bereits seit fast eineinhalb Jahren andauernden Streit zwischen dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki und den politischen Vertretern der Sunniten. Viele Sunniten fühlen sich von der Regierung benachteiligt, die von den schiitischen Parteien dominiert wird. Die Schiiten sind die größte Religionsgruppe im Irak.(stb, derStandard.at, 24.3.2014)

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