Laut Regierung doch kein Ebola-Ausbruch in Guineas Hauptstadt

24. März 2014, 12:12
32 Postings

Proben aus Conakry wurden "negativ" getestet - Erste Krankheitsfälle vor sechs Wochen

Conakry - Die Ebola-Epidemie in Guinea hat nach Regierungsangaben bisher nicht auf die Hauptstadt Conakry übergegriffen. Alle vom Pasteur-Institut in Dakar untersuchten Proben von Ebola-Verdachtsfällen seien "negativ" ausgefallen", sagte der vom Gesundheitsministerium in Conakry eingesetzte Beauftragte zur Seuchenbekämpfung, Sakoba Keita, am Montag.

Proben, die in drei verdächtigen Fällen genommen wurden, wurden demnach negativ auf den Ebola-Erreger getestet. Zwei der betroffenen Patienten in Conakry waren verstorben. "Bisher gibt es kein Ebola in Conakry", sagte Keita. Bei den Verdachtsfällen handle es sich um eine Fiebererkrankung mit Blutungen, deren Ursache noch geklärt werden müsse. Das Pasteur-Institut suche nach dem auslösenden Virus. Keita kündigte neue Informationen "binnen Stunden" an.

Erste Fälle vor sechs Wochen

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hatte am Sonntag mitgeteilt, dass es inzwischen auch Fälle der hochansteckenden Krankheit in der Millionenstadt Conakry gebe. Zuvor hatte das guineische Gesundheitsministerium einen Ebola-Ausbruch im Süden des Landes mit Dutzenden Toten bestätigt.

Die ersten Fälle waren vor sechs Wochen in den südlichen Waldgebieten des westafrikanischen Landes aufgetreten. Die Betroffenen litten an Durchfall, Erbrechen und Blutungen.

Mehr Ärzte ohne Grenzen

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kündigte an, ihr Ärzteteam im Gebiet zu verstärken. Derzeit seien 24 Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker sowie Hygiene- und Sanitär-Experten in Guinea im Einsatz. Die Organisation baute in den betroffenen Gegenden Isolierstationen für Verdachtsfälle auf und versuchte Menschen zu finden, die Kontakt zu den Infizierten hatten. "Das ist wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern", sagte die Ärzte-ohne-Grenzen-Tropenmedizinerin Esther Sterk. Von Belgien und Frankreich aus wollte die Organisation 33 Tonnen Material einfliegen lassen.

Im Nachbarland Liberia wuchs indessen die Sorge nach einer Ausbreitung der Krankheit über die Grenze. Ein Arzt in der Hauptstadt Monrovia sagte, dies sei sehr wahrscheinlich, denn 80 Prozent der Waren auf dem liberianischen Markt kämen aus Guinea.

Keine Impfung oder Therapie

Das Ebola-Virus tritt nur in Afrika auf. Es wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, Infizierte leiden an inneren Blutungen und Austrocknung. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) tödlich, die Sterblichkeit ist dabei abhängig vom Erregerstrang. Bis heute gibt es keine Impfung oder Therapie gegen das Virus.

Benannt wurde Ebola nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1976 entdeckt wurde. Seitdem gab es laut WHO rund 15 Epidemien in Afrika mit insgesamt mehr als 1.300 Toten. Bei der jüngsten Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo waren im November 2012 nach Regierungsangaben 62 Menschen infiziert worden, 34 von ihnen starben. (APA, 24.3.2014)

  • Ärzte ohne Grenzen verstärken ihren Einsatz in Guinea.
    foto: reuters/saliou samb

    Ärzte ohne Grenzen verstärken ihren Einsatz in Guinea.

  • Länder mit Ebola-Ausbrüchen seit 1976.
    grafik: apa

    Länder mit Ebola-Ausbrüchen seit 1976.

Share if you care.