Heinz Schaden triumphiert bei Bürgermeisterwahl

23. März 2014, 19:59
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Bürgermeisterstichwahl in Salzburg: Nach dem landesweit historisch schlechtesten Ergebnis der SPÖ bei Kommunalwahlen konnte Heinz Schaden am Sonntag zumindest die Landeshauptstadt für die Sozialdemokraten retten.

Salzburg - Er war der große Favorit, am Sonntag machte der Salzburger Langzeitbürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) dann alles klar: Bei der nach dem ersten Wahlgang am 9. März notwendig gewordenen Bürgermeisterstichwahl am Sonntag erreichte er rund 69 Prozent. Sein Herausforderer von der ÖVP, Vizebürgermeister Harald Preuner, kam auf 31 Prozent. 2009 ging das gleiche Duell ungleich knapper aus. Damals konnte sich Schaden nur mit knapp 54 Prozent durchsetzen.

Schaden geht damit deutlich gestärkt in seine, wie er im Standard-Interview selbst gesagt hat, "definitiv letzte Amtsperiode". Bei den Gemeinderatswahlen vor zwei Wochen konnte die SPÖ ihre 15 (von insgesamt 40) Gemeinderatssitze und zwei Stadtregierungsmitglieder halten, die ÖVP hingegen musste Stimmen an die Neos abgeben und rutschte mit 19,5 Prozent auf ein historisches Tief.

In der Stadtregierung sind nach dem 9. März - proportional zum Wahlergebnis - zwei Rote, ein Schwarzer sowie je ein Regierungsmitglied von Grünen und Neos vertreten.

Landesweit ist es für die SPÖ nicht so gut gelaufen. 28,5 Prozent - über alle Gemeinden gerechnet - markieren ein historisches Tief. Zum Vergleich: Die ÖVP liegt bei knapp 43 Prozent. Umso wichtiger für die Sozialdemokraten der Erfolg von Schaden.

Neben der Stadt Salzburg fanden am Sonntag noch in weiteren sieben Gemeinden Stichwahlen statt. Insgesamt waren rund 140.000 Salzburger wahlberechtigt, davon 110.000 allein in der Landeshauptstadt. Die Wahlbeteiligung in der Stadt Salzburg sank übrigens mit knapp 31 Prozent auf einen historischen Tiefststand.

Brisant waren die Bürgermeisterwahlen in den drei Flachgauer Gemeinden Straßwalchen, Neumarkt/Wallersee und Seekirchen. In Neumarkt hatte die FPÖ nach einem Parteienübereinkommen mit der SPÖ für den roten Kandidaten Jan Schierl aufgerufen. Das Resultat war denkbar knapp: Der bisherige Vizebürgermeister Adolf Rieger (ÖVP) rettete sich mit 50,32 Prozent über die Ziellinie. In Straßwalchen konnte sich Fritz Kreil gegen Lieselotte Winklhofer mit rund 60 Prozent durchsetzen. Es handelte sich um ein VP-internes Duell. Die Orts-VP hatte sich nach schweren persönlichen Zerwürfnissen gespalten.

In Seekirchen schaffte es mit Walter Gigerl erstmals in Salzburg ein Grüner in die Bürgermeisterstichwahl. Er unterlag aber Bürgermeisterin Monika Schwaiger (ÖVP), die 56,5 Prozent schaffte.

Wahlanfechtung

Ganz ausgestanden sind die Salzburger Kommunalwahlen 2014 mit den Bürgermeisterstichwahlen freilich noch nicht, es dürfte noch ein juristisches Nachspiel geben. Helmut Naderer, Landesparteichef des aus dem Team Stronach hervorgegangenen Team Salzburg, hat angekündigt, die Wahlen in drei Gemeinden anzufechten.

Laut ORF-Bericht handelt es sich bei den Einsprüchen um die beiden Flachgauer Gemeinden Seekirchen und Nußdorf sowie um die Stadt Salzburg. Sowohl in Seekirchen als auch in Nußdorf dreht es sich um nicht wahlentscheidende Vorfälle. Brisanter - da aufgrund des knappen Ergebnisses auch wahlentscheidend - ist der Einspruch Naderers in der Stadt. Wie vom Standard berichtet, wird dem SPÖ-Kandidaten Osman Günes Wahlmanipulation vorgeworfen. Günes schaffte den Einzug in den Gemeinderat mit mehr als 1200 Vorzugsstimmen.

Die Wahlkarten für die Vorzugsstimmen sollen kollektiv bestellt und auch gemeinsam ausgefüllt worden sein. Günes hat diese Vorwürfe vehement zurückgewiesen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 24.3.2014)

  • Auf in die letzte Amtsperiode: Salzburgs Langzeitbürgermeister Heinz Schaden hat es geschafft. Er konnte die Stichwahl gegen seinen ÖVP-Herausforderer Harald Preuner für sich entscheiden.
    foto: apa/gindl

    Auf in die letzte Amtsperiode: Salzburgs Langzeitbürgermeister Heinz Schaden hat es geschafft. Er konnte die Stichwahl gegen seinen ÖVP-Herausforderer Harald Preuner für sich entscheiden.

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