Kapuzenpulli-Welle: Solidarität mit "SZ"-Onlinechef Plöchinger

23. März 2014, 19:32
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Printredakteure wehren sich gegen Aufstieg des "Kapuzenpulliträgers" in die Print-Chefredaktion - Journalisten unterstützen Plöchinger auf Twitter

München - Unter #Hoodiejournalismus machten dieses Wochenende zahlreiche Fotos mit Menschen in Kapuzenpullis auf Twitter die Runde, verbreitet wurden die Selfies vor allem von Journalisten, die sich mit Stefan Plöchinger, Online-Chef von sueddeutsche.de, solidarisieren. Auch ein Tumblr-Blog wurde dazu eingerichtet.

Der Hintergrund: Plöchinger soll wie berichtet in die Chefredaktion der Printausgabe der "Süddeutschen Zeitung" aufsteigen, dieser Schritt sollte die "publizistische Einheit" von Print- und Onlineausgabe bekräftigen. Gegen diese Entscheidung wehrt sich laut "Zeit" der so genannte Impressionisten-Rat der "Süddeutschen Zeitung". Der besteht aus leitenden Redakteuren und Ressortleitern, sie wehren sich laut "Zeit" gegen den Aufstieg des Onliners in die Printwelt und würden Plöchinger, dem "Kapuzenpulliträger“, vorwerfen, kein schreiberisches Profil zu haben.

Auch die "FAS" berichtete über den Konflikt und legt nach: "Wobei ja vielleicht wirklich nichts dagegen spricht, einen Internetexperten in die Führungsriege der Zeitung aufzunehmen. Wäre es aber dann nicht sinnvoll, auch einen Journalisten in die Chefredaktion von Süddeutsche.de zu holen?":

Plöchinger ist seit Ende 2010 Chefredakteur von Süddeutsche.de. Zuvor war er Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online. Er ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule und war auch für die "Abendzeitung" und die "Financial Times Deutschland" tätig.

Es gehe hier um mehr als nur um die Personalie Plöchinger, schreibt dazu die "taz", "es geht um die Verteidigung des Bestehenden, die Frage, wer hier eigentlich das Geld verdient. Um die Zukunft der Printzeitung, die Angst vor Neuem".

Via Twitter dankt Plöchinger jedenfalls den Kapuzenpulli-Unterstützern:

 (red, derStandard.at, 23.3.2014)

Links

tagesspiegel.de: "Wer Journalist ist, sollte das Digitale nutzen"

taz.de: Kapuzenpullis für Plöchinger

spiegel.de: Soli-Welle für den Kapuzenpulli

meedia.de: Eine kleine Typologie der Tweets zum Thema #Hoodiejournalismus

Nachlese
Keine Mauer hinstellen, sondern Kasse für guten Journalismus -"Jedes Haus will Paid Content versuchen, lieber früher als später", sagt Stefan Plöchinger - Der Chef von Sueddeutsche.de über Lesereinbindung und warum die Paid Content-Debatte eine Verbündete von Onlinejournalisten ist

  • Kapuzenpullis für Stefan Plöchinger.
    foto: derstandard.at

    Kapuzenpullis für Stefan Plöchinger.

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