Frankfurt will Handelsplatz für Yuan werden

23. März 2014, 16:38
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Frankfurt - Vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Deutschland haben Wirtschafts- und Bankenverbände dafür geworben, in Frankfurt eine Abrechnungsstelle für Zahlungsverkehr mit der chinesischen Währung Renminbi anzusiedeln. "Frankfurt als Finanzzentrum der Eurozone und Deutschlands steht für politische und ökonomische Stabilität und wäre deshalb ein vorteilhafter Standort", so die Verbände.

Das Schreiben richteten die Verbandspräsidenten, darunter der Ko-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, kürzlich direkt an Xi. Das chinesische Staatsoberhaupt wird am kommenden Freitag im Rahmen seiner Europa-Reise in Deutschland erwartet.

London und Hongkong

Wegen der "exzellenten Wirtschaftsbeziehungen" spiele Deutschland eine wichtige Rolle im grenzüberschreitenden Geschäft mit der chinesischen Währung, heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben. "Wir glauben fest daran, dass ein solcher Schritt unsere wirtschaftliche Partnerschaft zu gegenseitigem Nutzen festigen würde." Geschäfte in Renminbi werden derzeit zum großen Teil in Hongkong oder London abgewickelt. Ein Handelsplatz in Frankfurt würde deutschen Banken und Unternehmen den Devisenumtausch von Euro in Renminbi und Investitionen in chinesische Kapitalmarktprodukte erleichtern.

Ob bei Xis Besuch eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet wird, ist laut einem Vorabbericht der "Wirtschaftswoche" vom Wochenende noch unsicher: Beobachter am Finanzplatz Frankfurt am Main fürchteten, dass der für Mai geplante Besuch des Dalai Lama in der Stadt das Vorhaben gefährden oder verzögern könnte. Der Religionsführer ist Symbol für das Unabhängigkeitsstreben Tibets und daher aus Sicht Pekings eine diplomatische Reizfigur. (APA, 23.3.2014)

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