Zehntausende protestieren in Madrid gegen Sparpolitik

22. März 2014, 23:30
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"Marsch der Würde" für Arbeit und soziale Gerechtigkeit - Heftige Ausschreitungen nach Abschluss der Kundgebung

Madrid - Unter dem Motto "Marsch der Würde" haben zehntausende Menschen aus ganz Spanien am Samstag in Madrid gegen die Sparpolitik und die hohe Arbeitslosigkeit in ihrem Land demonstriert.

Acht Protestzüge strömten aus verschiedenen Richtungen zum Bahnhof Atocha, wo sie sich zu einem großen Marsch durch die Innenstadt zusammenschlossen. Viele der Demonstranten waren bereits seit Wochen zu Fuß nach Madrid unterwegs gewesen.

300 Organisationen

Die Teilnehmer der acht Protestzüge kamen unter anderem aus den Regionen Andalusien im Süden, Katalonien im Osten, Asturien im Norden und der Extremadura im Westen. Sie hielten die Flaggen ihrer Regionen hoch und riefen Parolen wie "Nein zur Arbeitslosigkeit, Nein zum Exil, Nein zur Unsicherheit, marschiert für die Würde!".

Zu der Massendemonstration hatten rund 300 Organisationen aufgerufen. Entweder reagiere die Regierung auf die Forderungen der Menschen oder sie könne "ihre Koffer packen", sagte Diego Cañamero, Sprecher der Arbeitergewerkschaft in Andalusien. Auf Transparenten stand: "Nein zum Schuldendienst" und "Brot, Arbeit und ein Dach für alle".

Viele Teilnehmer waren bis zu einen Monat lang hunderte Kilometer zu Fuß nach Madrid gezogen, um den sozialen Notstand im Land anzuprangern. Für die anderen hatten die Organisatoren hunderte Busse und mindestens vier Sonderzüge gemietet. Der Staat stellte 1700 Polizisten ab.

Ausschreitungen nach Ende der Kundgebung

Im Anschluss an die Protestkundgebung ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei seien 101 Menschen verletzt worden, darunter 67 Polizeibeamte, teilten die Rettungsdienste in der Nacht auf Sonntag mit.

24 mutmaßliche Gewalttäter seien festgenommen worden, erklärte ein Polizeisprecher. Die Zwischenfälle hatten sich nach einer der größten Demonstrationen seit Monaten gegen die Politik der Madrider Regierung ereignet. Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Barrikaden errichtet

Die jungen Demonstranten errichteten Barrikaden aus Absperrgittern, zündeten Mülltonnen an und schlugen die Fensterscheiben einer Bank ein. Einige bauten auf einer Hauptstraße im Zentrum Zelte auf und kündigten an, bleiben zu wollen.

Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Das Land leidet noch immer unter den Folgen der 2008 geplatzten Immobilienblase und steckte seit Ende 2011 in der Rezession. Das damals vom konservativen Regierungschef Mariano Rajoy auf den Weg gebrachte Sparprogramm, mit dem die Schuldenlast verringert und das Vertrauen in den Bankensektor wieder hergestellt werden sollte, brachte keine langfristigen Erfolge.

Zwar besserte sich zuletzt die Lage und das Land entkam Ende vergangenen Jahres nach Einschätzung der Zentralbank der Rezession. Die Arbeitslosigkeit verharrt jedoch weiter auf sehr hohem Niveau bei rund 26 Prozent. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind davon stark betroffen. Im Jahr 2012 hatten die Spanier ihr Land mit zwei Generalstreiks lahmgelegt. (APA, 22.3.2014)

  • Zu dem Protestmarsch riefen rund 300 Organisationen auf.
    foto: ap photo/andres kudacki

    Zu dem Protestmarsch riefen rund 300 Organisationen auf.

  • Zehntausende protestieren in Madrid gegen die Sparpolitik der Regierung.
    foto: reuters/paul hanna

    Zehntausende protestieren in Madrid gegen die Sparpolitik der Regierung.

  • Teilnehmer des Protestmarsches in Madrid.
    foto: ap photo/andres kudacki

    Teilnehmer des Protestmarsches in Madrid.

  • Nach dem Ende der Kundgebung kam es zwischen Polzei und Randalierern.
    foto: reuters/paul hanna

    Nach dem Ende der Kundgebung kam es zwischen Polzei und Randalierern.

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