Afghanistans Wahlkämpfer trotzen den erhöhten Sicherheitsrisiken

Ansichtssache22. März 2014, 17:55
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Afghanistans Taliban haben mehrmals gedroht, die am 5. April stattfindenen Präsidentenwahlen durch Anschläge stören zu wollen. Die Kandidaten hält das trotzdem nicht davon ab, ihren Wahlkampf auch jetzt schon unter lebensgefährlichen Umständen durchzuführen.

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In rund zwei Wochen wird die Bevölkerung von Afghanistan einen neuen Präsidenten Wählen. Hamid Karzai darf nach seiner dritten Amtszeit nicht mehr antreten. Neun andere Präsidentschaftskandidaten touren derzeit durch das Land und werben um Wählerstimmen.

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Eine eindeutige Entscheidung für eine Person wird nach dem ersten Wahlgang noch nicht erwartet, ist Afghanistan doch für seine sehr heterogene Bevölkerungszusammensetzung und damit fragmentierte Stimmenvergabe bekannt. 

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Chancen auf den ersten Platz scheint derzeit Abdullah Abdullah zu haben, der von 2001 bis 2005 Außenminister Afghanistans war. Im Jahr 2009 scheiterte er bei seinem Vorhaben Präsident zu werden knapp an Karzai.

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Bei den Wahlkampfveranstaltungen Abdullah Abdullahs (Bildmitte) wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der jüngsten Vergangenheit stark erhöht. Ende Februar geriet sein Konvoi in Kabul unter Beschuss der Taliban. Zwei seiner Wahlkampfhelfer wurden zuvor schon erschossen. Die Taliban bezeichnen Abdullah als "Sklaven der USA".

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Abdullahs Anhänger sind vor allem Tadschiken. Unter den Paschtunen, die Afghanistans größte ethnische Bevölkerungsgruppe sind, muss er noch kräftig um Stimmen werben.

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Der Paschtune Ashraf Ghani Ahmadzai ist ebenfalls einer der Favoriten um die Präsidentschaft. Er studierte an der Columbia University in den USA, arbeitete für die Weltbank und kehrte erst nach 9/11 wieder nach Afghanistan zurück. Dort war er im Kabinett von Karzai von 2002 bis 2004 Finanzminister.

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Dass der umstrittene Abdul Rashid Dostum als sein Vizepräsidentschaftskandidat fungiert, könnte Ahmadzai mehr schaden als nutzen. Dostum werden schwere Menschenrechtsverbrechen vorgewurfen. Seine Milizen sollen zwischen 1997 bis 2001 auch viele Paschtunen vertrieben und ermordet haben.

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Die Beteiligung von Frauen wird für den Wahlausgang entscheidend sein. Seit dem Sturz der Taliban könne Frauen wieder wählen, allerdings hält das Sicherheitsrisiko viele von ihnen davon ab, tatsächlich ihre Stimme abzugeben.

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Ashraf Ghani Ahmadzai und sein Team heben nach ihrem Auftritt in Kunduz mit dem Helikopter ab. (red, derStandard.at, 21.3.2014)

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