Virenherde durch Nanopartikel diagnostiziert

24. August 2003, 10:30
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Herpes- und Schnupfenerreger im Versuch aufgespürt

Magnetische Nanopartikel enttarnen Virenherde im Körper Antikörper von Erregern werden "angedockt"

London - Magnetische Nanopartikel im Blut könnten künftig helfen, Virenherde im Körper aufzuspüren. US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem die nur 50 Nanometer großen Teilchen aus Eisenoxid und einer Zuckerhülle mit den Antikörpern bestimmter Erreger bestückt werden. Treffen die ins Blut injizierten Teilchen auf die gesuchten Erreger, können die entstehenden Antikörper-Ansammlungen mit etablierten Diagnoseverfahren entdeckt werden, berichtet das britische Fachmagazin "New Scientist".

Das Team um Manuel Perez vom Forschungszentrum für molekulare Bildgebung der Harvard Medical School in Charlestown (US-Bundesstaat Massachusetts) konnte mit dem Verfahren bereits Herpesviren und einen Schnupfenerreger in Blutproben ausfindig machen. Derzeit werden Viren zumeist indirekt durch Vermehrung ihres Erbguts im Labor nachgewiesen. Das neue Verfahren, dessen Komponenten bereits alle im Handel sind, soll wesentlich schneller funktionieren und die Virenherde auch lokalisieren.

Das geschieht, indem die Antikörper-bestückten Eisenteilchen sich an den Herden zusammenballen und etwa mit der Kernspintomographie aufzuspüren sind. Künftig, so hoffen die Forscher, könnten auf diese Weise nicht nur Herde etwa von Aidsviren ausfindig gemacht werden. Auch bei einer Gentherapie soll sich auf diese Weise zu überprüfen lassen, ob die neue, via Gen-Fähren transportierte DNA in ausreichender Menge am Zielort angelangt sei. (APA/dpa)

Vgl. "New Scientist", (Nr. 2409, S. 20)
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