"Die Lage kann als schlimm bezeichnet werden"

24. August 2003, 10:36
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"Sobig.F" schlimmer als "Love Letter" - Experten schätzen Schaden bis zu 30 Millionen Euro allein in Österreich

Der neue Computer-Wurm "Sobig.F" wird nach Einschätzungen österreichischer Experten einen schlimmeren Schaden anrichten als der "Love Letter"-Virus. Laut Ernst Krippl vom österreichischen Software-Unternehmen Ikarus wird in der Alpenrepublik mit Einbußen von 20 bis 30 Millionen Euro zu rechnen sein. Etwa 100.000 heimische PCs sind infiziert.

70.000 Mails pro Tag

"Die Lage kann als schlimm bezeichnet werden", sagte Krippl. Zum Vergleich: Ikarus bekommt als 30-Mann-Unternehmen pro Tag 70.000 Mails, die den Virus verbreiten.

Der "Sobig.F"-Wurm, der eine der vielen Varianten des "I-Worm.Sobig.A" ist, wurde nach Vermutungen des Experten von einem erfahrenen und intelligenten Programmierer erstellt. "Diese Software-Variante kann nicht jeder programmieren", sagte Krippl. Weltweit gebe es nur ein paar 10.000 Menschen, die diese Können besitzen.

Multithreading

Der "Sorbig.F"-Wurm hätte die Fähigkeit des so genannten Multithreading. Er könne Parallel-Verbindungen aufbauen und verbreite sich explosionsartig. "Er holt sich sämtliche E-Mail-Adressen, die auf dem PC gespeichert sind", sagte Krippl. Der "Love Letter" sei im Gegensatz dazu primitiv programmiert gewesen.

Das Unternehmen Ikarus vermutet, dass der Hersteller von "Sobig.F" in den USA zu Hause ist. Dort sind die ersten Mails mit dem Virus aufgetaucht. (APA)

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    foto: gregor kucera
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