Mehrheit für Solidarbeitrag

23. August 2003, 21:32
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70 Prozent sprechen sich in neuer Umfrage für Beitrag bei Pensionen über 2.365 Euro aus

Wien - Mehr als zwei Drittel der Österreicher sind der Meinung, Pensionisten, die mehr als 2.365 Euro (ASVG-Höchstpension) monatlich erhalten, sollten künftig einen Solidarbeitrag bezahlen. Das hat eine neue OGM-Umfrage ergeben, die am Mittwoch der APA vorlag. Befragt wurden 500 Personen, 70 Prozent befürworten einen Solidarbeitrag.

Diese Einstellung ist grundsätzlich in allen Bevölkerungsschichten zu beobachten, lediglich bei Pensionisten und über 50-Jährigen stimmten "nur" 60 bzw. 65 Prozent zu. Am stärksten sprechen sich Grün-Wähler, unter 30-Jährige und Berufstätige für einen Solidarbeitrag aus.

Sozialforscher Bernd Marin hatte gestern eine Pensionistensteuer für unausweichlich bezeichnet, da die heutige Pensionistengeneration noch rund 16 Prozent Rendite auf ihre Beitragszahlungen lukrieren könne, während künftige Generationen einen solchen Wert nicht mehr erreichen würden. Die Regierung sieht eine solche Steuer durch bereits beschlossene Maßnahmen (Pensionssicherungsbeitrag bei Beamten, Solidarbeitrag bei Politikern) bereits umgesetzt, die Opposition hingegen fand Gefallen an Marins Vorschlag.

SPÖ und Grüne meinen, der Vorschlag gehe in die richtige Richtung. Grünen-Sozialsprecher Karl Öllinger hält aber den Begriff "Pensionistensteuer" für problematisch. Er würde einen Pensionssicherungsbeitrag für öffentliche Pensionen zwischen drei und zehn Prozent begrüßen.(APA)

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