Tempelberg erneut für Nicht-Moslems geöffnet

21. August 2003, 09:04
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Israelische Polizei einigte sich mit islamischer Tempelberg-Verwaltung über Besuchs-Modalitäten

Jerusalem - Die israelische Polizei hat am Mittwoch den Tempelberg in der Altstadt Jerusalems wieder offiziell für nicht-moslemische Besucher geöffnet. Zuvor hatte sich die Polizeiführung mit der islamischen Tempelberg-Verwaltung Wakf über die Modalitäten künftiger Besuche geeinigt. Etwa 200 ausländische Touristen und Israelis wurden daraufhin auf den von Moslems und Juden gleichermaßen geheiligten Ort geführt. Der Besuch ging ohne Zwischenfälle zu Ende, hieß es anschließend.

Die heilige Stätte, die Moslems als "Haram el Sharif" (Edles Heiligtum) verehren, war seit Ausbruch des Palästinenseraufstands vor knapp drei Jahren für Juden und Christen gesperrt. Hintergrund war die Furcht, dass solche Besuche die angespannte politische Lage weiter verschärfen könnten. Der seit drei Jahren andauernde, blutige Palästinenseraufstand war Ende September 2000 nach einem von den Moslems als Provokation empfundenen Besuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg ausgebrochen.

Besucher sollen wirtschaftlich schwer angeschlagenen arabischen Ostteil helfen

Die Wakf-Verwaltung hatte am Mittwoch zunächst mitgeteilt, man habe sich grundsätzlich mit der israelischen Polizei geeinigt, jedoch kein bestimmtes Datum für die Wiedereröffnung festgesetzt. Die Tempelbergverwaltung verspricht sich von einer Öffnung des Geländes mehr ausländische Besucher in dem seit Beginn der Intifada wirtschaftlich schwer angeschlagenen arabischen Ostteil Jerusalems und der Altstadt.

Die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg gehört zu den drei heiligsten Stätten des Islam. Der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel steht nach islamischer Überlieferung an der Stelle, von der der Prophet Mohammed mit seinem Pferd in den Himmel aufstieg. Juden verehren die Stätte als den Ort, an dem die beiden später zerstörten jüdischen Tempel standen. Die Polizei hatte den Tempelberg bereits Anfang Juni für nicht-moslemische Besucher geöffnet, diesen Schritt jedoch wegen wütender Reaktionen der Palästinenser wieder rückgängig gemacht. (APA/dpa)

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