Das Seidenstraßen-Projekt bringt aus völkerkundlichen Forschungen stammende Musik in Originalsprachen
Wien - Zu einer musikalischen Reise entlang der Seidenstraße
laden die Wiener Sängerknaben im Herbst. Auf einer Tournee, die
ab 9. September unter anderem nach China und Südkorea führt, werden
Lieder aus Ländern entlang der Seidenstraße in den Originalsprachen
gesungen, begleitend wird getrommelt, geklatscht und getanzt.
Die Musik stammt aus ethnologischen Forschungen und wurde vom
künstlerischen Leiter der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth,
arrangiert. Die meisten Lieder lagen Wirth nur als Tonaufnahme vor,
ihre Bandbreite reicht von Qawwali und Ghazal bis zu Feldschreien aus
Tajikistan. Jedes Lied wird mit einer anderen Technik gesungen, hat
seinen eigenen Klang: die Feldschreie sind echte Schreie.
Afghanistan-Ausstellung als Rahmen
Bildhauer Martin Mohr hat dazu ein trag- und faltbares Bühnenbild
entworfen: eine große Karte der Seidenstraße, die sich in einen Basar
verwandelt, Minarette und Kuppeln bildet und Zinnen aus Lehm mit
Geiern und chinesischen Drachen. Jalousien geben bemalte Torwege
frei, und zum Schluss entfaltet sich wie aus dem Nichts die
chinesische Mauer. Die bunten Kostüme stammen aus der eigenen
Kostümschneiderei des Knabenchors. Regisseurin Scheiner versteht das
Projekt als eine Aufforderung für ein besseres Verständnis zwischen
Menschen und Völkern.
Die Uraufführung und der Tournee-Auftakt finden am 6. September im
Rahmen der Afghanistan-Ausstellung des Wiener Museums für
Völkerkunde in einer geschlossenen Vorstellung statt.(APA)