Anspruchswahrung - von RAU

21. August 2003, 19:13
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Die Vernebelungsstrategie des Voest-Aufsichtsrats hat nichts gebracht

Der Aufsichtsrat der Voest hat vor kurzem Generaldirektor Franz Struzl offenbar das einstimmige Vertrauen ausgesprochen, um die Möglichkeit eines einvernehmlichen Deals und vor allem die Ansprüche Struzls (sein Vertrag läuft bis 2006) zu wahren.

Dies geht indirekt aus der Tatsache hervor, dass Struzl, wie von Anfang an vermutet, den Freispruch des Aufsichtsrats nur erhielt, weil er sich gleichzeitig bereit erklärte, bis Jänner 2004 zurückzutreten. Hätte der Aufsichtsrat Struzl das Vertrauen verweigert - mit der Begründung, er habe eine schwere Verfehlung, nämlich Insiderhandel, begangen -, so wäre die Wahrung seiner Ansprüche nicht so leicht gewesen.

Diese Vorgangsweise des Aufsichtsrats (Vorsitz Rudolf Streicher) soll nun die Staatsanwaltschaft untersuchen (Idee: Jörg Haider, mögliche Umsetzung: Justizminister Dieter Böhmdorfer). Das kann unangenehm werden, wenngleich der Tatbestand (Untreue gegenüber dem Unternehmen, dem man hohe Zahlungen hätte ersparen können?) noch diffus erscheint. Jedenfalls hat die Vernebelungsstrategie des Aufsichtsrats (in dem auch die ÖIAG-Chefs sitzen) nichts für das Unternehmen gebracht. Es ist mehr denn je in Diskussion. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 20.8.2003)

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