Salzburgs Torverächter in der Einzelkritik

Analyse21. März 2014, 11:09
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Das Salzburger 1:2 gegen Basel im individuellen Spotlight: Zwischen folgenschweren Fehlkalkulationen, Lufthoheit und besonderen Momenten

Peter Gulacsi: Durchlebte zunächst einen angenehm beschäftigungslosen Abend. War nur bei den gefährlichen Ecken der Schweizer gefordert. Blieb dabei zunächst ohne Fehl und Tadel und bei Strellers Treffer (51.) chancenlos, verkalkulierte sich dann aber bei Sauros Führungstor (60.) – mit fatalen Folgen für Salzburg.

Florian Klein: Sein besonderer Moment: In der 22. Minute erkämpfte sich der Rechtsverteidiger den vermeintlich unerreichbaren Pass von Soriano kurz vor dem Aus, setzte sich an der Eckfahne gegen den indisponierten David Degen durch und legte auf Kampl zurück. Der spielte auf Soriano, der das das vermeintlich goldene Tor erzielte, 1:0 für Salzburg. Tragisch: Als Klein im Verbund mit Jonatan Soriano den Basler Sturmstar Streller nicht halten konnte, nahm das Unheil seinen Lauf.

Andre Ramalho: In der Spieleröffnung mit den bereits bekannten weiten Schlägen, streute aber auch einige zielgenaue Flachpässe ein. In der Luft oft nur zweiter Sieger.

Rodnei: Neutralisierte in der ersten Hälfte erfolgreich seinen gefährlichen Widerpart Marco Streller. In der zweiten Hälfte nicht mehr. Beim 1:1 deckte Klein und nicht der brasilianische Kraftprotz den Torschützen Streller, auch beim 1:2 im Strafraum nur Nebendarsteller. Nahm das Spiel Fahrt auf, zeigte sich, in welchen Bereichen er dem Gelb-gesperrten Martin Hinteregger nachsteht: Schnelligkeit und Gewandtheit zeichnen ihn nicht aus.

Dusan Svento: In der Anfangsphase mit einigen Ballverlusten, steigerte sich dann aber. Fiel gegenüber Konterpart Klein dennoch ab. Vergab eine gute Einschussmöglichkeit kläglich (45.+6).

Kevin Kampl: Gewohnt agil und emsig. Legte das 1:0 auf, nutzte aber selbst zwei gute Chancen nicht. In der zweiten Hälfte gingen dann selbst ihm die Ideen aus.

Christoph Leitgeb: Begann ganz ausgezeichnet: eroberte zahlreiche Bälle und sandte sie umgehend in die Spitze, stieß auch gerne selber vor. Trotz seines riskanten Spiels mit einer ausgezeichneten Passquote. Fand später auch kein Mittel gegen den Basler Beton.

Stefan Ilsanker: Spielte den defensiveren Part im zentralen Mittelfeld und war daher etwas weniger auffällig als Leitgeb. Verlor in der zweiten Hälfte an Zugriff und musste Zulj weichen.

Sadio Mané: Es war nicht sein Spiel: mit guten Ansätzen zu seinen gefürchteten Tempodribblings, aber ohne Fortune. Hatte erst das 1:0 (4.) und dann das 2:0 auf dem Fuß (29.), traf aber nicht.

Alan: Besaß zunächst die Lufthoheit, zielte aber zweimal drüber (3., 28.). Scheiterte im zweiten Durchgang mit der Brechstange zweimal an Sommer. Stand ansonsten in den Spielunterbrechungen im Blickpunkt. Zunächst räumte ihn Suchy rotwürdig ab (10./Folge: Rot), dann suchte Ajeti ebenfalls rotwürdig ein Tête-à-tête mit ihm (nur Gelb), ehe Alan in der Schlussphase dann selbst mit Gelb-Rot berechtigterweise des Feldes verwiesen wurde.

Jonatan Soriano: Fand wie im Hinspiel nur schwer ins Spiel. Sein wunderbarer Abschluss mit dem erst neunten Ballkontakt zum 1:0 (22.) machte Hoffnung auf mehr. Doch danach zielte der Torjäger ungewohnt konsequent daneben: erst in der 44. Minute, dann in der 46. aus vermeintlicher Abseitsposition freistehend vor dem linken Pfosten. In der 70. fand er seinen Meister in Basels Tormann Yann Sommer, ehe Roger Schmidt ihn vom Feld nahm.

Robert Zulj (72., für Ilsanker), Valon Berisha (79., für Soriano) und Marco Meilinger (83., Svento): Die Jungbullen kamen für die Schlussoffensive ins Spiel. Die Wende brachten sie aber nicht. (Jörn Wenge, derStandard.at, 21.3.2014)

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