Ministerium entsendet Experten zur Sanierung der PH Tirol

20. März 2014, 20:11
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Dieser werde dem derzeitigen Rektor "zur Seite gestellt" - Rektor Juranek hat "kein schlechtes Gewissen"

Innsbruck - Die Pädagogische Hochschule Tirol (PHT) kommt nicht zur Ruhe. Nachdem vergangene Woche wegen "massiver Bedenken zur finanziellen Gebarung" eine Prüfung der Hochschule veranlasst worden war, entsendet das Bildungsministerium nun einen "bevollmächtigten Experten" an die PHT. Dessen Aufgabe sei es unter anderem, die Hochschule zu "sanieren", sagte Sprecherin Julia Valsky der APA am Donnerstag.

Zudem werde der Experte, dessen Name kommende Woche bekannt gegeben werde, unter anderem für die Neuwahl der infolge der Turbulenzen zurückgetretenen Studienkommission sowie die Planung der Fort- und Weiterbildung hauptverantwortlich zeichnen, bestätigte die Sprecherin von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) entsprechende Medienberichte. Er werde dem in die Kritik geratenen Rektor Markus Juranek vorerst "zur Seite gestellt", hieß es.

Das Ministerium hatte in der Vorwoche bekannt gegeben, dass die Bundesbuchhaltungsagentur die Finanzgebarung prüfen werde, um "noch mehr Schaden zu vermeiden". Worin genau der bisher entstandene Schaden bestehe, wurde vorerst nicht öffentlich gemacht. Überdies wurde der "finanzielle Handlungsspielraum" von Rektor Markus Juranek eingeschränkt. Angesprochen auf die persönliche Zukunft Juraneks nach dem Vorliegen des Prüfberichts voraussichtlich im April, sagte Valsky: "Dann sehen wir weiter".

Landesrätin kritisiert "Säumigkeit der Ministerin"

Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) hatte Heinisch-Hosek in der "Tiroler Tageszeitung" aufgefordert, nicht mehr bis zum Vorliegen des Berichts zu warten. Sie verstehe die "Säumigkeit" der Ministerin nicht, kritisierte Palfrader.

In den vergangenen Tagen war neben Juranek auch die Vizerektorin für Studienangelegenheiten, Andrea Gandler-Pernlochner, unter Beschuss geraten. Sie soll laut "TT" an der eigenen Hochschule studieren. Geprüft und bewertet werde sie von den ihr unterstellten Mitarbeitern.

Juranek selbst erklärte gegenüber der APA am Donnerstag, er habe "kein schlechtes Gewissen". Über die Entsendung eines Experten sei er bisher vom Ministerium noch nicht informiert worden. Auf die Frage, ob er glaube, nach Vorliegen des Prüfberichts weiter als Rektor amtieren zu können, sagte er: "Ich weiß es nicht und bin offen für alles, was das Leben so bringt". Zu der Diskussion rund um seine Vizerektorin wollte sich Juranek nicht näher äußern. Er sei aber der Meinung, dass gleichzeitig Vizerektorin und Studentin zu sein "nicht vereinbar" sei. (APA, 20.3.2014)

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