Syrische Armee eroberte Kreuzritterburg Krak des Chevaliers

20. März 2014, 16:48
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Dutzende Aufständische bei Kämpfen um berühmte Festungsanlage bei Homs getötet

Damaskus - Syrische Regierungstruppen haben am Donnerstag die berühmte Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers in ihre Gewalt gebracht. Laut Staats-TV hissten Soldaten der Armee von Präsident Bashar al-Assad die syrische Flagge auf einem der Türme der Festung in der westlichen Provinz Homs. "Terroristen", die sich dort versteckt hätten, seien getötet worden.

Auch der libanesische Fernsehsender Al-Majadin, der die Regierung in Damaskus unterstützt, zeigte Bilder von der Einnahme der Burg. Die im 11. Jahrhundert entstandene Festung Krak des Chevaliers liegt in der Provinz Homs nahe der Grenze zum Libanon. Der Großteil der heutigen Burg stammt aus der Zeit der Kreuzzüge, aus dieser Epoche stammt auch ihr Name. Im Jahr 2006 setzte die UNESCO sie auf ihre Weltkulturerbe-Liste, seit dem vergangenen Jahr steht sie auf ihrer Liste der bedrohten Kulturgüter.

Mindestens vierzig Tote

Bei den Kämpfen um die Burg gab es dutzende Tote. Wie der Kommandant einer mit den Regierungstruppen verbündeten Miliz sagte, wurden im nahegelegenen Dorf al-Hosn mindestens 40 Aufständische getötet.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte versuchten dutzende Menschen, über die Grenze in den Libanon zu fliehen. Die Organisation, die ihre Informationen von Aktivisten und Ärzten bezieht, erklärte, dabei seien 60 Menschen getötet oder verletzt worden, darunter auch Zivilisten. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen wurden rund 60 Menschen durch Schüsse verletzt, als sie versuchten, durch den Grenzfluss zu schwimmen.

Ein Arzt aus der libanesischen Grenzregion Wadi Chaled sagte, die syrischen Soldaten hätten auf die fliehenden Menschen geschossen. Dabei sei auch ein Haus auf libanesischer Seite getroffen worden und abgebrannt. Seit dem Beginn des Konflikts in Syrien vor drei Jahren gab es wiederholt Zwischenfälle an der Grenze zum Libanon. Mehrere tausend Syrer flüchteten vor den Kämpfen in ihrer Heimat in das Nachbarland. (APA, 20.3.2014)

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