Geniale Geschäftsidee: Airbnb ist mehr als zehn Milliarden Dollar wert

20. März 2014, 16:39
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Damit kann es das Start-up mit ganzen Hotelketten aufnehmen - Geschäftsmodell nicht ohne Risiko

Wer in den USA und weltweit auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft ist, steigt häufig nicht mehr in einem Hotel ab. Stattdessen sucht er sein Quartier im Online-Portal Airbnb. Hier bieten Privatleute ihre Wohnungen oder Zimmer zur Untermiete an, auch für nur eine Nacht. Das im Jahr 2008 gestartete Portal ist inzwischen Milliarden wert.

Wie wertvoll diese Geschäftsidee ist, zeigt die aktuelle Suche von Airbnb nach neuen Geldgebern. Mehrere Informanten berichten, das Portal befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen zur Aufnahme neuer Geldmittel im Umfang von 400 oder 500 Millionen US-Dollar. Die Investoren sollen im Gegenzug eine Beteiligung bekommen. Diese Zahlen hochgerechnet kommt das gesamte Unternehmen dabei auf eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Airbnb wäre damit eins der teuersten Start-up-Unternehmen weltweit.

Airbnb kann es mit ganzen Hotelketten aufnehmen

Stark interessiert an einem Engagement sei die Beteiligungsgesellschaft TPG, berichten zwei Personen. Der Berufsinvestor wolle die laufende Finanzierungsrunde anführen.

Mit einer Bewertung in der diskutierten Höhe kann Airbnb es mit ganzen Hotelketten aufnehmen. Der Hotelbetreiber Wyndham, der immerhin 7.500 Häuser weltweit betreibt, wird am Aktienmarkt mit 9,4 Milliarden Dollar bewertet. Hyatt Hotels kommen auf 8,4 Milliarden.

Airbnb hat derzeit 600.000 Angebote gelistet. Die Übernachtung in einem kleinen Apartments in zentraler Lage Manhattans ist schon für 41 Dollar zu haben – der Gastgeber wohnt allerdings in derselben Wohnung. 30 Minuten vom Zentrum entfernt kosten nur noch die Hälfte. Ohne Mitbewohner kann ein großes Appartement zwar auch leicht auf den dreifachen Preis kommen. Luxuriöse Hotelketten sind preislich aber nochmals leicht dreimal so teuer.

Millionen Touristen nutzen das Angebot mittlerweile. Airbnb finanziert sich dadurch, dass es als Vermittler eine Provision nimmt. Wie hoch die Einnahmen insgesamt sind, ist unbekannt. Das Internetportal veröffentlicht keine Umsatzzahlen.

Regulierer beobachten das Unternehmen mit Argusausgen

Allerdings ist das Geschäftsmodell nicht ohne Risiko. Regulierer beobachten das Unternehmen mit Argusausgen. Ungeklärt sind etwa die Fragen der Sicherheit von Untermietern und auch der Steuerpflicht. Vermieter können sich die Zusatzeinnahmen leicht unversteuert in die eigene Tasche stecken.

Im Oktober hatte der New Yorker Staatsanwalt Airbnb bereits aufgefordert, Auskünfte über die 15.000 Vermieter im Bundesstaat New York auszuhändigen. Ein Gesetz in New York verbietet es unter bestimmten Bedingungen, Räume unterzuvermieten. Airbnb wehrt sich dagegen derzeit vor Gericht. Unter den Hotelbetreibern hat das Internetportal ebenfalls entschiedene Gegner. Sie müssen auch in den USA eine Art Bettensteuer bezahlen - private Anbieter sind da auf der Kostenseite deutlich im Vorteil. (Evelyn M. Rusli, Douglas MacMillan, wsj.de/derStandard.at, 20.3.2014)

  • Airbnb-Angebot: Ein Baumhaus in Vermont.
    foto: airbnb

    Airbnb-Angebot: Ein Baumhaus in Vermont.

  • Angebote in New York.
    foto: ap

    Angebote in New York.

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