Firtasch noch nicht frei: Geldwäsche-Verdacht bei 125-Millionen-Kaution

20. März 2014, 14:52
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Herkunft der Summe muss erst geklärt werden, bevor der ukrainische Oligarch enthaftet werden kann

Wien - Der wegen Korruptionsvorwürfen aus den USA in Wien festgenommene ukrainische Oligarch Dmitri Firtasch muss weiter auf seine Freilassung warten. Die Kaution in Höhe von 125 Millionen Euro wurde am Mittwoch auf das Konto des Wiener Oberlandesgerichts überwiesen. Aufgrund des Verdachts der Geldwäsche sei die Transaktion "schwebend" gehalten, berichtete Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Donnerstag in einer Ausendung.

Die aus Russland bezahlte Rekordkaution sei noch nicht dem Gericht gutgeschrieben, so Salzborn. Vorher müsse erst die Herkunft des Geldes geklärt werden. Solange das Gericht "kein grünes Licht" bekomme, könne Firtasch nicht enthaftet werden.

Entscheidung könnte Wochen dauern

Der Beraterstab rund um den angeblich zweitreichsten Mann der Ukraine zeigte sich zuversichtlich. Dieser gehe davon aus, dass sich die Vorwürfe rasch aufklären lassen und er bald freikommt, berichtete die "Kronen Zeitung".

Salzborn hatte bereits am Dienstag erklärt, dass Firtasch auch nach seiner Enthaftung Österreich nicht verlassen dürfe. Er habe bereits am 14. März "das Gelöbnis, bis zur rechtskräftigen Beendigung des Auslieferungsverfahrens Österreich nicht zu verlassen und für das Gericht und die Behörden erreichbar zu sein, geleistet". Die US-Regierung fordert von Österreich seine Auslieferung. Eine Entscheidung darüber steht noch aus und könnte auch noch einige Wochen dauern.

Der 48-jährige Firtasch war am Mittwochabend vergangener Woche am Firmensitz seiner Holding Group DF in Wien-Wieden verhaftet worden und sitzt seitdem in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Grundlage für die Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft Wien war ein US-Haftbefehl wegen des Verdachts der Bestechung und der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung. In Österreich selbst laufen laut dem Sprecher des Bundeskriminalamts, Mario Hejl, keine Ermittlungen gegen den Ukrainer. (APA/red, derStandard.at, 20.3.2014)

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