Peter Handke bekommt Ibsen-Preis

20. März 2014, 13:41
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Der Autor erweise als Kosmopolit, der im eigenen Schreiben die Weltliteratur fortschreibt - Auszeichnung 300.000 Euro dotiert

Oslo - Der in Frankreich lebende österreichische Dichter Peter Handke (71) wird mit dem Internationalen Ibsen-Preis ausgezeichnet. Der mit 2,5 Millionen Norwegischer Kronen (ca. 300.000 Euro) dotierte Preis wurde von der norwegischen Regierung 2007 ins Leben gerufen und ging bisher an Peter Brook, Ariane Mnouchkine, Jon Fosse und Heiner Goebbels.

Mit dem Preis werden Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, "die wesentlich zur Entwicklung des Theaters als Kunstform beigetragen haben". Die Preisverleihung findet während des Ibsenfestivals am 21. September im Nationaltheater Oslo statt. Als Abschlussvorstellung des Festivals wird Peter Handkes Stück "Immer noch Sturm" aufgeführt.

Formale Schönheit und brillante Reflexion

"Der Ibsen-Award ehrt in diesem Jahr ein an formaler Schönheit und brillanter Reflexion beispiellos reiches Bühnenwerk. Peter Handke erwies sich darin als Kosmopolit, der im eigenen Schreiben die Weltliteratur fortschreibt und der Vielfalt menschlicher Geschichte und Geschichten Raum und Schutz gibt", heißt es in der Jurybegründung. "So schuf Peter Handke über ein halbes Jahrhundert hinweg die wohl ungewöhnlichste Form von Klassik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und schafft sie weiterhin."

"Wenn Ibsen der vielleicht mustergültige Dramatiker des bürgerlichen Zeitalters war, und dieses ist nicht vorbei, so ist Peter Handke auf den Bühnen gewiss ihr bedeutendster Epiker. Es gelingt ihm in all seinen Stücken, die Realität des Theaters sichtbar zu machen, und zwar als eine Realität, die keine Illusion erzeugen will, die also nicht die Welt nachbildet, sondern selber eine ist", so die Jury weiter. Handke habe "in den fünfzig Jahren seines Schreibens die dramatische Literatur so oft, überraschend und radikal neu definiert wie kein anderer lebender Dichter". Seine Theaterwelt umfasse "den Beat und Geist des Pop genauso wie den lyrischen, auf Verwandlung der Hörer zielenden Ton des Dramatischen Gedichtes". (APA, 20.3.2014)

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