Fotos aus einem verwüsteten Land

19. März 2014, 18:30
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Künstlerischer Appell gegen Wilderei, Profitgier und Trophäenjagd

Salzburg - Eigentlich studierte Nick Brandt, geboren 1966 in London, Film und Malerei; reüssierte im New York der 1990er-Jahre mit Videoclips, etwa für Michael Jackson. Bei Dreharbeiten für das Video zu Jacksons Earth Song in Tansania, entdeckte Brandt 1995 seine Leidenschaft für Flora und Fauna Afrikas. Im Jahr 2000 ließ sich Brandt sogar in Ostafrika nieder, um alles vom Aussterben Bedrohte in der afrikanischen Wildnis fotografisch festzuhalten. Er wolle, sagte er einmal, "Bilder machen, die über das dokumentarische Genre von Tierfotos hinausgehen."

Die monumentalen, oft düsteren und deprimierenden Schwarz-Weiß-Fotografien nimmt er mit einer Mittelformatkamera und ohne Zoomobjektive auf. Sie sind eine Hommage an die Ursprünglichkeit der afrikanischen Natur - vor allem aber auch ein leidenschaftlicher Appell an die Menschen, hinzusehen, wenn das Paradies durch Profitgier bedroht ist. Trophäenjagd und Wilderei seien, so Brandt, die tödlichsten Feinde der Wildtiere, jährlich würden etwa mehr als 30.000 Elefanten der Elfenbeinjagd zum Opfer fallen. Drei preisgekrönte Bildbände hat er als eine melancholische Chronologie des Untergangs pu bliziert.

Galerien und Museen weltweit zeigen Brandts Fotoarbeiten. Erstmals stellt er nun auch in Österreich aus. Die Salzburger Galerie Ruzicska präsentiert zwanzig großformatige Fotos aus Brandts jüngster, zwischen 2011 und 2012 entstandener Werkgruppe Across the ravaged Land. 2010 gründete der Fotokünstler die Non-Profit-Organisation Big Life Foundation. Ein Teil der Verkaufserlöse fließt in diese NPO. (Andrea Schurian, DER STANDARD, 20.3.2014)

Bis 5. 4.

Galerie Nikolaus Ruzicska

Faistauergasse 12, 5020 Salzburg

  • "Ranger with Tusks": Mehr als 30.000 Elefanten werden jährlich wegen des Elfenbeins getötet.
    foto: nick brandt 2011

    "Ranger with Tusks": Mehr als 30.000 Elefanten werden jährlich wegen des Elfenbeins getötet.

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