"Gewerbeschein schützt nicht vor Anstellung"

19. März 2014, 18:07
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Eine Trainerin will wegen einer "Zwangsanstellung" klagen

Dornbirn - Wie selbstständig sind Kurstrainer? Über diese Frage sind sich in Vorarlberg Gebietskrankenkasse und selbstständige Trainer alles andere als einig. Die Kasse pocht auf (nachträgliche) Anstellung, wenn ohne eigene Betriebsmittel und Infrastruktur nach vorgeschriebenen Lehrplänen Kurse gehalten werden. Betroffen sind vor allem Trainer, die für Firmen das Weiterbildungsprogramm des AMS umsetzen.

Eine dieser Trainerinnen ist Hilda Enzenhofer, die in Vorarlberg über die Firma Comino Kurse für Frauen und Mädchen gibt und daheim in Niederösterreich einen Forstbetrieb leitet. "Ich habe zwei Gewerbescheine", sagt Enzenhofer, "die GKK will das nicht als Nachweis der Selbstständigkeit akzeptieren." Enzenhofer wird von der Sozialversicherung als Scheinselbstständige gesehen.

Gegen eine "Zwangsanstellung" hat die Frau mit einem weiteren Trainer ein Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof angestrengt. Ihr Vorwurf: Die VGKK habe nicht genau recherchiert, anerkenne die Gewerbeberechtigung nicht. Im Rahmen der Gemeinsamen Prüfung aller lohnabhängigen Abgaben (GPLA) werde genau geprüft, ob wirtschaftliche und persönliche Abhängigkeit und somit die Pflicht zur Anstellung vorliege, heißt es aus der VGKK. (jub, DER STANDARD, 20.3.2014)

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