Faymanns Traum von Europa

19. März 2014, 17:54
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Bundeskanzler: "Potenzial muss genutzt werden"

Wien - Es ist Wahlkampfzeit, und so ergriff Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) Dienstagabend die Gelegenheit, seine proeuropäische Position einmal mehr herauszustreichen. Den Rahmen bot ihm eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung zum neu erschienenen Buch Europas Drahtzieher im Kreisky-Forum in Wien.

Nachdem er in der Vergangenheit nicht unbedingt dafür bekannt war, immer großes Interesse an der EU zu zeigen, wies Faymann auf die Wichtigkeit der EU hin. Dafür brachte er auch Größenvergleiche mit anderen globalen Wirtschaftsmächten an: "In der EU leben 504 Millionen Menschen - das sind mehr als in Russland oder den USA", sagte Faymann. "Dieses Potenzial muss genutzt werden. Das geht aber nicht, wenn man die EU durch 28 Länder dividiert." Fazit: Nur ein gemeinsam agierendes Europa kann schlagkräftig sein.

Es sei der Traum des Bundeskanzlers, ein soziales Europa zu haben, das für Beschäftigung sorgt und Jugendarbeitslosigkeit bekämpft. Er räumte aber auch ein, dass es noch Probleme gebe, an denen gearbeitet werden müsse. "Es wäre unehrlich zu sagen, es gäbe genug Instrumente", so Faymann. "Wir brauchen deutlich mehr Mittel und Kraft", um solche Themen angehen zu können.

Die Autoren von Europas Drahtzieher, Cerstin Gammelin (Süddeutsche Zeitung) und Raimund Löw (ORF), geben Einblick in vertrauliche Protokolle und erzählen, wie 28 Staats- und Regierungschefs auf Gipfeltreffen um Staatsschulden pokern, Rettungsfonds mit Milliarden füllen und welche Mittel Angela Merkel gegen Defizitsünder durchsetzen will. (asta, DER STANDARD, 20.3.2014)

  • Bundeskanzler Werner Faymann.
    foto: der standard/cremer

    Bundeskanzler Werner Faymann.

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