Griechische Beamte streiken

19. März 2014, 16:35
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Athen - Mit geringerer Beteiligung als erwartet haben in Griechenland zweitägige Streiks der Staatsbediensteten begonnen. Kurz zuvor hatte die Regierung in Athen angekündigt, es werde keine neuen Sparmaßnahmen geben. Die Staatsdiener fürchten sich vor weiteren Entlassungen. Bis Ende 2014 sollen mindestens 11.000 Staatsbedienstete entlassen werden, knapp 4.000 haben bereits ihre Arbeit verloren.

Ministerien, Finanzämter und auch viele staatliche Schulen blieben am Mittwoch geschlossen. Ärzte behandelten in staatlichen Krankenhäusern nur Notfälle, teilte die Gewerkschaft der Staatsbediensteten ADEDY mit. Die Demonstrationen verliefen friedlich. Der Streik soll am Donnerstag weitergehen. Die Beteiligung fiel zunächst geringer aus als von den Gewerkschaften erhofft. Um die Mittagszeit versammelten sich im Zentrum Athens nur etwa 2000 Menschen. "Das ist enttäuschend", sagten übereinstimmend ADEDY-Mitglieder der Nachrichtenagentur dpa.

Das Motto des Streiks lautete: "Keine Entlassungen. Keine Auflösung des Staates." Auch in anderen Städten des Landes gingen nach Polizeiangaben lediglich wenige Hundert Menschen auf die Straßen.

Viele nehmen nicht teil

Auswirkungen im Bereich Tourismus und Verkehr hatten die Arbeitsniederlegungen nicht. Fähren, Bahnen und die U-Bahnen fuhren normal. "Wir streiken heute nicht", sagte ein Aufseher auf der Akropolis. Auch viele Schulen hatten auf. "Wir können uns keinen Streik mehr leisten. Uns reicht das Geld nicht", sagte Simos Miltiadou, ein Volksschullehrer im Athener Stadtteil Vyron. Der Flugverkehr verlief normal, teilte der Airport Athen mit.

Die Entlassungen sind eine der Voraussetzungen für weitere Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Regierungschef Antonis Samaras hatte am Vortag angekündigt, seine Regierung werde Niedrigverdienern und Obdachlosen mit 500 Millionen Euro unter die Arme greifen. Athen hat vergangenes Jahr nach Regierungsangaben erstmals seit Ausbruch der schweren Finanzkrise im Jahr 2009 einen Überschuss im Haushalt (ohne Zinsen) von rund 2,9 Milliarden Euro erzielt. (APA, 19.3.2014)

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