Jakarta: Prozess gegen Österreicherin wegen Drogenschmuggels vertagt

19. März 2014, 16:08
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Verhandlung verschoben, weil kein Dolmetscher anwesend war - Prozess kann Monate dauern

Jakarta/St. Pölten - In Jakarta hat am Mittwoch der Prozess gegen eine 29-jährige Niederösterreicherin begonnen, die im Verdacht steht, Drogen ins Land geschmuggelt zu haben. Die Frau war Anfang November 2013 am Soekarno-Hatta International Airport mit drei Kilogramm der Droge Crystal Meth erwischt worden. Laut Außenministerium wird der Frau sowohl die Einfuhr als auch der Eigenkonsum von Suchtmitteln vorgeworfen.

Der Prozess musste jedoch nach wenigen Minuten wieder abgebrochen und vertagt worden. Wie Martin Weiss, Sprecher des Außenministeriums, der APA mitteilte, waren zwar alle Prozessbeteiligten anwesend, nur ein Dolmetscher stand nicht zur Verfügung. Somit konnte nicht einmal die Anklage verlesen werden.

Todesstrafe nicht ausgeschlossen

Ein neuer Verhandlungstermin wurde auf den 26. März um 10.00 Uhr angesetzt. Der Prozessverlauf kann drei bis vier Monate in Anspruch nehmen, sagte Weiss im Vorfeld. Der beschuldigten Hip-Hop-Tänzerin drohen bis zu 20 Jahre Haft, sogar die Todesstrafe wäre möglich. Die Botschaft in Jakarta ist mit der inhaftierten Frau in ständigem Kontakt.

Indonesien ist für seine harten Strafen bei Vergehen gegen die Suchtmittelgesetze bekannt. Auch wenn die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage keine Todesstrafe fordert, sei das Gericht keineswegs daran gebunden, sagte Weiss.

Als die Frau am Flughafen kontrolliert wurde, fanden die Beamte die Drogen in einem Koffer mit doppeltem Boden. Die Niederösterreicherin beteuerte, davon nichts gewusst haben. Das Gepäckstück stammte von einem Bekannten namens "Mike" aus Senegal, der die Tänzerin für eine Tournee gebucht habe. (APA, 19.3.2014)

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