Studie: Verursacht Schlafmangel Alzheimer?

19. März 2014, 14:16
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Schlafmangel wird mit einem hohen Cholesterinspiegel, Übergewicht und Depressionen in Verbindung gebracht - Australische Forscher vermuten, dass er auch das Gehirn schädigt

Ein internationales Forscherteam widmet sich in einer Langzeitstudie dem Zusammenhang zwischen Alzheimer und obstruktiver Schlafapnoe (OSA). "Die neuere Forschungsliteratur lässt vermuten, dass das Vorkommen des Schlafapnoe-Syndroms bei Patienten mit Alzheimer bei etwa 80 Prozent liegt, wobei die Schlafapnoe in vielen Fällen nicht diagnostiziert wird und unbehandelt bleibt. Demnach suchen wir nach Beweisen, dass OSA alzheimerähnliche Veränderungen im Gehirn verursachen kann", sagt Stephen Robinson von der gesundheitswissenschaftlichen Fakultät der RMIT University in Melbourne.

OSA ist eine Schlafkrankheit, die das Weichgewebe im hinteren Rachenraum nachts kollabieren lässt, wodurch die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. "Patienten können im Schlaf bis zu 30 Sekunden lang aufhören zu atmen und wachen schließlich nach Luft schnappend auf", so der Experte.

Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Es wird angenommen, dass einer von fünf Menschen an einer Form dieser Krankheit leidet. Viele Betroffene sind sich ihrer Krankheit  gar nicht bewusst und führen ihre Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit auf schlechten Schlaf zurück. "Offiziellen Schätzungen zufolge liegt der Anteil der Bevölkerung, der an OSA leidet, bei etwa 5 Prozent. Einige Forscher gehen davon aus, dass das Vorkommen weit unterschätzt wird und tatsächlich bei 10 bis 20 Prozent liegt, besonders im mittleren Alter", meint Robinson.

Dem Forscher zufolge trägt eine unbehandelte Schlafapnoe maßgeblich zur Entwicklung von Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei, und somit zu einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. "Wir vermuten, dass Menschen, die im mittleren Alter unter dem Schlafapnoe-Syndrom leiden, im späteren Leben ein erhöhtes Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Mit unserer Studie wollen wir das 'Ob und Warum' klären," so Robinson.

Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen nun 60 Hirngewebsproben von Personen, die an OSA gestorben sind untersucht werden. Damit erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschlüsse darüber, wie die obstruktive Schlafapnoe und der damit im Zusammenhang stehende Schlafmangel das Gehirn schädigen und den degenerativen Alterungsprozess beschleunigen kann. (red, derStandard.at, 19.3.2014)

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