Pädagogische Hochschule Tirol: Vizerektorin Studentin an eigener Uni

19. März 2014, 14:07
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Dienststellen-Ausschuss der Uni ist mit der Causa betraut - Kritik an "Aushungern" der Hochschule

Innsbruck – Chef der eigenen Dozenten sein - das würden sich wahrscheinlich einige Studierende wünschen: Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, ist Andrea Gandler-Pernlochner nicht nur Vizerektorin an der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT), sondern dort auch Volksschullehrerin in Ausbildung. Der Dienststellenausschuss sei mit der Causa betraut, eine Diskussion über Unvereinbarkeit ist entbrannt.

Das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen die PHT zu kämpfen hat. Vergangene Woche wurde bereits bekannt, dass das Bildungsministerium wegen "massiver Bedenken" die finanzielle Gebarung der PHT prüfen lässt. Um "noch mehr Schaden zu vermeiden", sagt Julia Valsky, Sprecherin von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Worin dieser Schaden nun aber bestehe, soll erst ein Prüfbericht zeigen, der Mitte April vorliegen wird.

Sparzwänge

Rektor Markus Juranek hält die Prüfung für einen "normalen Prozess", Erhebungen des Rechnungshofes und der Bundesbuchhaltungsagentur habe es auch schon in den vergangenen Jahren gegeben, sagt er. Juranek beklagt hingegen die generell schwierige finanzielle Situation der PH Tirol: "Der Bund ist im Sparen. Wir haben jedes Jahr weniger Fortbildungsbudget und allgemeines Budget bekommen."

Ähnlich sieht das auch die Österreichische Hochschülerschaft, die das Unterrichtsministerium nun zu raschem Handeln auffordert. "Pädagogische Hochschulen sind ein wesentlicher Teil unseres Hochschulsystems. Eine Hochschule so aushungern zu lassen ist absolut inakzeptabel", sagt ÖH-Vorsitzender Bernhard Lahner. Vergangene Woche Dienstag war die gesamte Studienkommission zurückgetreten, weil sie an der PH Tirol keine "geeigneten Rahmenbedingungen für eine qualitätsvolle Umsetzung für die neue Pädagogenausbildung" mehr vorgefunden habe.

Die Grünen fordern nun eine Beurlaubung von Rektor Juranek. "Dieses Chaos in der Führungsetage ist einer Hochschule unwürdig. Das haben sich die 1000 Studierenden nicht verdient", sagt der Tiroler Bildungssprecher Ahmet Demir. Die "Abwärtsspirale" gelte es unverzüglich zu stoppen. (Katharina Mittelstädt, derStandard.at, 19.3.2014)

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