Das beste Stück ... nachgefragt bei Neil Shicoff

Kolumne23. März 2014, 19:29
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Michael Hausenblas fragt den Tenor Neil Shicoff, warum er sich so gern mit alten Dingen umgibt

"Auf dem Foto ist eine 1500 Jahre alte Figur aus der Zeit der Tang-Dynastie zu sehen, die man in einer Gruft gefunden hat. Ich habe inzwischen eine ganze Sammlung chinesischer Antiquitäten. Mich fasziniert dieses Objekt, weil es mit der Seele der Menschen in Verbindung kam, die mit ihr bestattet wurden. Eine solche Figur wird 'Erdgeist' genannt. Sie hat große Ohren, um Geister hören zu können, und sie schaut grimmig drein, damit sie gewisse Geister vertreiben kann.

Ich liebe Antiquitäten und habe zu allen eine ganz spezielle Verbindung. Ich besitze zum Beispiel vier Sessel aus dem Jahr 1750, die ich in Wien gekauft habe. In dieser Zeit passierte hier so viel, gerade in Sachen Musik, und ich bin überzeugt davon, dass diese Möbel die Energie der Personen, die damals auf ihnen saßen, auf gewisse Weise aufgesaugt haben. Das gilt auch für das Holz in Opernhäusern, es trägt die Energie der Musik und der Sänger in sich, in seinen Molekülen." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 21.3.2014)

Neil Shicoff ist am 23. März in Giacomo Puccinis "Turandot" an der Wiener Volksoper zu sehen.

  • Der "Erdgeist" hat große Ohren, um Geister hören zu können, und schaut grimmig drein, damit er gewisse Geister vertreiben kann.

    Der "Erdgeist" hat große Ohren, um Geister hören zu können, und schaut grimmig drein, damit er gewisse Geister vertreiben kann.

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