Die roten Teufel und ihre Alternativen

18. März 2014, 17:37
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Manchester Uniteds Abstieg droht sich fortzusetzen. Das Heimrückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Olympiakos Piräus ist die drittletzte Chance für Alex Fergusons Nachfolger.

Manchester/Wien - Titellose Saisonen hatte Manchester United auch unter dem legendären Alex Ferguson zu beklagen. Allein seit der Jahrtausendwende und also während der erfolgreichsten Jahre mit dem Schotten setzte es drei Nullnummern - zu den Saisonenden 2002, 2005 und 2012. Aktuell droht dem Rekordchampion unter Fergusons Landsmann und Nachfolger David Moyes allerdings nicht nur die Titellosigkeit, sondern die totale Pleite - der Abgang von der europäischen Bühne.

Das war zuletzt in der Saison 1989/90 der Fall, der letzten von fünf Spielzeiten, in denen die englischen Klubs infolge der Katastrophe von Heysel 1985 generell ausgesperrt gewesen waren. In den vergangenen 18 Saisonen (inklusive der gegenwärtigen) schmückten die Red Devils gar stets die Champions League. Und just das Schlaraffenland des europäischen Fußballs ist auch eine Hoffnung für die kommende.

Theoretischer Triumph

Während Wayne Rooney und Kollegen nach dem Scheitern im FA- und im Ligacup in der Premier League 18 Zähler hinter Spitzenreiter Chelsea an siebenter Stelle und drei Punkte hinter dem Europa-League-Platz liegen, ist der vierte Titelgewinn im wichtigsten europäischen Bewerb zumindest theoretisch noch möglich.

Allerdings bedarf schon der Aufstieg ins Viertelfinale nach dem 0:2 im Hinspiel bei Olympiakos Piräus eines Kraftaktes. Die Heimpartie am Mittwoch (20.45, Liveticker auf derStandard.at/Sport) gegen die seit dem Wochenende neuerlich als Meister feststehenden Griechen, ist eine von drei Partien, die über die unmittelbare Zukunft von Moyes entscheiden sollen. Der Vorstand um Joel Glazer, des Sohnes von Klubeigner Malcolm Glazer, will nur dann am 50-Jährigen festhalten, wenn nach dem geglückten Aufstieg gegen Piräus am Samstag die Ligapartie bei West Ham und am folgenden Dienstag das Heimderby gegen Manchester City gewonnen wird.

Moyes, über den sich seit Wochen Spott und Hohn aus allen Öffnungen sozialer Netzwerke ergießen, gibt sich unverdrossen, zumindest was die Partie gegen den griechischen Rekordchampion betrifft. "Es ist schwer, drei Tore in diesem Wettbewerb zu schießen, aber wir haben das schon geschafft und glauben fest daran, es erneut schaffen zu können", sagt der Mann aus Glasgow und verweist angesichts des jüngsten 0:3 gegen Liverpool eher wider besseren Wissens darauf, dass sein Team unmöglich noch einmal so schlecht wie vor zwei Wochen in Piräus spielen könne. "Das war eine wirklich schwache Vorstellung", erinnert sich Moyes mit Grausen an den blutleeren Auftritt, in dessen Verlauf genau ein Zuspiel von Starstürmer Robin van Persie auf Rooney registriert worden war - bei der Auflage.

Van Gaal nicht abgeneigt

Die neunte Entlassung eines Klubmanagers seit Ende des Zweiten Weltkriegs wäre zwar dem Image des Klubs nicht zuträglich, könnte aber manchem Spieler, allen voran Van Persie, entgegenkommen. Der Niederländer Louis van Gaal (62), noch Coach der Elftal, wäre nach der WM nicht abgeneigt, heißt es. (sid, lü - DER STANDARD, 19.3. 2014))

  • David Moyes, vormals bei Everton recht erfolgreich, ist seit neun Monaten Alex Fergusons Nachfolger bei Manchester United. Will der 50-jährige Schotte noch länger im Amt bleiben, muss seine Mannschaft die nächsten drei Spiele gewinnen.
    foto: reuters/rattay

    David Moyes, vormals bei Everton recht erfolgreich, ist seit neun Monaten Alex Fergusons Nachfolger bei Manchester United. Will der 50-jährige Schotte noch länger im Amt bleiben, muss seine Mannschaft die nächsten drei Spiele gewinnen.

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