Manchester vor Mammutaufgabe

18. März 2014, 16:55
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Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel und angesichts der katastrophalen Bilanz in der Liga steht Manchester United im Achtelfinalrückspiel gegen Olympiakos Piräus unter enormen Druck. Für Borussia Dortmund sollte der Einzug ins Viertelfinale hingegen eine reine Formsache sein

Englands Fußball-Rekordmeister Manchester United droht am Mittwochabend (20.45 Uhr) die nächste Schmach. Die "Red Devils" müssen im Heimspiel gegen Olympiakos Piräus einen 0:2-Rückstand wettmachen, um noch ins Viertelfinale einzuziehen. Sollten sie das nicht schaffen, dann könnten sie in der kommenden Saison erstmals seit den 1980er Jahren international nicht vertreten sein. In der heimischen Premier League rangieren die Red Devils nämlich derzeit nur auf Platz sieben.

Seit der Saison 1990/91, als der fünfjährige Bann gegen englische Clubs nach der durch Liverpool-Fans ausgelösten Katastrophe im Heysel-Stadion aufgehoben worden war, hat sich United als einziger englischer Verein stets für einen Europacup-Bewerb qualifiziert und ist seit 1996 Dauergast in der Champions League. "Die Spieler wissen, was am Mittwoch auf dem Spiel steht und sie zu tun haben", betonte deshalb Trainer David Moyes, der nach der jüngsten 0:3-Heimniederlage gegen Liverpool, der siebenten Pleite in 14 Spielen in diesem Jahr, schwer angezählt ist.

Piräus kommt nach dem bereits am Samstag in der 29. Runde fixierten Titel als 41-facher griechischer Meister zum Premier-League-Tabellensiebenten nach Manchester, wo nun der zweite Viertelfinaleinzug in die Champions League nach 1999 perfekt gemacht werden soll. "Wir kennen unseren Gegner sehr gut und wissen daher, dass ein 2:0 kein echter Vorteil ist", warnte Coach Michel. "Wir brauchen unbedingt ein Auswärtstor, wenn wir den Aufstieg schaffen wollen."

Dortmund vor Pflichtaufgabe

Nur eine Riesen-Blamage und die höchste Heimniederlage auf internationaler Ebene seit 50 Jahren könnte dagegen Borussia Dortmund den Sprung ins Viertelfinale der Champions League kosten. Im Messepokal*  der Saison verloren die Dortmunder anno 1964/65 mit 1:6 gegen Manchester United. Seitdem verlor der BVB zu Hause im Europapokal nie höher als 1:3. Ein solches Ergebnis würde Zenit St. Petersburg nach dem 4:2-Auswärtssieg der Dortmunder im Hinspiel nicht für das Weiterkommen reichen - wegen der Auswärtstorregel. Trotz dieser eindeutigen Ausgangslage mahnen die BVB-Bosse zur allergrößten Vorsicht.

"Wir brauchen erneut eine Topleistung", appellierte Sportdirektor Michael Zorc vor dem zweiten Duell mit dem russischen Fußball-Vizemeister am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF). "Wir sind noch nicht durch. Und wenn wir so spielen wie gegen Gladbach, ist ohnehin noch nichts entschieden, wir müssen aufpassen", bestätigte Torjäger Robert Lewandowski. Sechs Treffer erzielte der erfolgreichste Europacup-Schütze des BVB (18 Tore) bereits in der laufenden Saison in der Königsklasse, allein zwei im Hinspiel, als die Borussia den Gegner mit einem Blitzstart und Toren von Marco Reus und Henrich Mchitarjan innerhalb von zwei Minuten überrumpelte.

"Dann sind wir selber schuld"

"Wenn diese Ausgangsposition nicht reicht, dann sind wir selber schuld", ergänzte Kapitän Sebastian Kehl und schloss mentale Folgeschäden nach der 1:2-Heimniederlage am Samstag in der Bundesliga gegen Mönchengladbach aus. Vor dem Hinspiel, so die Borussen unisono, habe man nach dem 0:3 in Hamburg vor der gleichen Situation gestanden. Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Sven Bender, Ilkay Gündogan und Jakub Blaszczykowski kann Dortmund aus dem Vollen schöpfen: Reus, einer der herausragenden Akteure in St. Petersburg, hat seine Muskelprobleme offenbar überstanden und dürfte wieder in der Startelf stehen, ebenso der in der Liga zuletzt gelbgesperrte Mchitarjan.

Sollte nach der verpatzten Generalprobe erneut eine Gala folgen, dann dürfte sich der Vorjahresfinalist zum insgesamt fünften Mal bei der Viertelfinal-Auslosung der Königsklasse im Lostopf befinden. Die Paarungen für die Spiele am 1./2. und 8./9. April werden am Freitag in der UEFA-Zentrale in Nyon ermittelt. Die Gesamt-Einnahmen aus der Königsklasse dürften sich in der nächsten Runde - ohne den Anteil aus dem Marktpool - bereits auf rund 35 Millionen Euro erhöhen.

Hinter Zenit St. Petersburg liegen unruhige Wochen. Luciano Spalletti, Trainer im Hinspiel gegen den BVB, musste vor zwei Wochen gehen. Interimscoach Sergej Semak folgt nunmehr ab Donnerstag der Portugiese André Villas-Boas. Er soll die Russen nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Liga-Begegnungen in die Erfolgsspur zurückführen. Zuletzt unterlag Zenit mit 0:1 bei ZSKA Moskau. (sid/APA, 18.3.2014)

*Vorläuferbewerb des UEFA-Pokals

  • Ist durchaus geladen: Manchesters Wayne Rooney.
    foto: reuters/konstandinidis

    Ist durchaus geladen: Manchesters Wayne Rooney.

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