Kühe rülpsen bei Maisfütterung ein bisschen weniger Methan

18. März 2014, 16:16
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Versuch in Nordrhein-Westfalen: Schadstoffausstoß bei Gras tendenziell höher

Kleve - Kühe haben einen etwas geringeren Schadstoffausstoß, wenn sie vor allem mit Mais gefüttert werden - und nicht mit Gras. Bei einem Versuch der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rülpsten die maisgefütterten Kühe rülpsten dann weniger klimaschädliches Methan, teilte die Kammer am Dienstag im niederrheinischen Kleve mit.

Im Rahmen der Studie untersuchten Forscher in einem Versuchsbetrieb am Niederrhein, wie sich die Futterzusammensetzung auf die Schadstoffmenge auswirkt. Eine Tendenz sei ersichtlich, sagte Projektleiter Sebastian Hoppe, warnte aber vor vorschnellen Schlüssen: Die Ergebnisse ließen keine generelle Empfehlung für die Maisfütterung zu.

Zwei abgetrennte Gruppen

Bei dem Fütterungsversuch über 120 Tage erhielten zwei Gruppen von Kühen in abgetrennten Ställen unterschiedliche Futtermischungen: Die 48 Kühe, die in der Hauptsache Mais fraßen, setzten im Schnitt 340 Gramm Methan pro Tier und Tag frei. Bei der zweiten Gruppe, die hauptsächlich Gras kaute und wiederkäute, lag der Wert hingegen bei 360 Gramm.

In einem weiteren Ansatz prüfen die Wissenschafter, ob die Zugabe vonpflanzlichem Gerbstoff Tannin eine Auswirkung auf die Verdauung und damit auf den Methanausstoß hat. Diese Versuche seien allerdings noch in der Auswertung. Tendenziell könnte aber der Methanwert etwas gesenkt werden, sagte Hoppe. Man stoße aber bei den Kühen schnell an die Grenzen der Verträglichkeit.

Häfte des Methans aus der Landwirtschaft

Nach Angaben des deutschen Umweltbundesamtes stammten 2011 über 50 Prozent der Methan-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft. Methan entsteht beim Verdauungsvorgang von Wiederkäuern - das Treibhausgas ist etwa 25 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. (APA, frei, 18.3.2014)

  • Methan entsteht beim Verdauungsprozess von Wiederkäuern - rund 50 Prozent des Methanausstoßen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft.
    foto: dpa/sven hoppe

    Methan entsteht beim Verdauungsprozess von Wiederkäuern - rund 50 Prozent des Methanausstoßen in Deutschland stammen aus der Landwirtschaft.

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