Erdogan zeigt Oppositionschef an

18. März 2014, 14:03
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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Veröffentlichung abgehörter Telefonate zwischen Erdogan und seinem Sohn

Istanbul - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Strafanzeige gegen Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu gestellt. Wie türkische Medien am Dienstag berichteten, ermittelt die Staatsanwaltschaft Ankara aufgrund der Strafanzeige gegen Kilicdaroglu wegen der Veröffentlichung abgehörter Telefonate Erdogans mit seinem Sohn Bilal. Die Staatsanwälte in Ankara wollen nun von ihren Istanbuler Kollegen wissen, ob die abgehörten Gespräche echt sind.

Mitschnitte öffentlich abgespielt

Kilicdaroglu, Chef der Oppositionspartei CHP (Republikanische Volkspartei), hatte die im Internet aufgetauchten Mitschnitte der Telefonate im Februar in einer öffentlichen Fraktionssitzung abspielen lassen. In den Gesprächen unterhalten sich angeblich Erdogan und sein Sohn darüber, wie sie größere Geldsummen vor der Justiz verstecken können. Berichten zufolge wurden die Telefonate im Rahmen von Korruptionsermittlungen der Istanbuler Justiz abgehört.

Erdogan hat die Veröffentlichungen als Manipulation zurückgewiesen. Laut Presseberichten begründet er seine Strafanzeige gegen Kilicadroglu unter anderem mit der Beleidigung von Staatsvertretern und einem Verstoß gegen die Vertraulichkeit staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Der Regierungschef sieht die Korruptionsvorwürfe als Teil eines Komplotts des islamischen Predigers Fethullah Gülen gegen ihn, was dieser zurückweist.

Es ist dies nicht das erste Mal, dass Erdogan Kilicdaroglu anzeigt. (APA, 18.3.2014)

  • Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wehrt sich mit Mitteln der Justiz.
    foto: reuters/umit bektas

    Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wehrt sich mit Mitteln der Justiz.

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