Soll Österreich das Plastiksackerl abschaffen?

Diskussion20. März 2014, 05:30
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Das Plastiksackerl ist der Inbegriff unserer Wegwerfgesellschaft. Die Stimmen nach einer Abschaffung werden immer lauter

Jeder EU-Bürger nutzt durchschnittlich 198 Platiksackerl im Jahr, so die EU-Kommission. Österreich verbraucht jährlich alleine 350 Millionen Sackerl - 50 pro Bürger. Vorbildlich sind die Iren, die mit einem Verbrauch von 20 Einwegsackerl pro Bürger deutlich unter dem EU-Schnitt liegen. Die Folgen des Plastikrausches sind verheerend. In die Ozeane gelangen jährlich sieben Millionen Tonnen Plastik, die ihre Spuren hinterlassen. 450 Jahre überlebt der Plastikmüll, warnen Experten - ein Fiasko für die Umwelt.

EU will den Verbrauch senken

Auf EU-Ebene gibt es bislang keine einheitliche Lösung. Einzelne Länder, wie Italien oder Frankreich, haben dem Plastiksackerl bereits den Kampf angesagt und die Vermarktung verboten. Einen Vorstoß konnte die EU-Kommission nun für sich verbuchen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat einen ensprechenden Vorschlag zur Reduzierung von Plastiksackerl bestätigt. Der Verbrauch soll bis 2019 um 80 Prozent gesenkt werden. Die Reduzierung betrifft allerdings nur dünnwandige Sackerl, die vor allem für Obst- und Gemüse im Einsatz sind.

Alternativen zum Plastiksackerl, wie Tragetaschen aus Papier, Baumwolle oder Biokunststoff, finden sich schon länger in den heimischen Supermärkten. Mit jedem Plastiksackerl, das weniger über die Ladentheke geht, wird ein wichtiger Schritt in Richtung Umweltschutz gesetzt.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir möchten gerne von Ihnen wissen: Wie verstauen Sie Ihre Einkäufe? Sollte das Plastiksackerl aus unserem Alltag verbannt werden? Welche Alternativen könnte es geben und woran sollten wir uns orientieren? (ste, derStandard.at, 20.3.2014)

  • In Österreich werden pro Jahr 350 Millionen Plastiksackerl verwendet

    In Österreich werden pro Jahr 350 Millionen Plastiksackerl verwendet

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