Tuberkulose bleibt Gefahr in Europa

18. März 2014, 12:47
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Rückgang der Fälle insgesamt, aber anhaltendes Problem mit resistenten Erregern - Großbritannien unter den EU-Staaten mit der der größten Häufigkeit

Die Tuberkulose als Krankheit der Armen, Kriegsopfer und Migranten bleibt auch in Europa ein Thema. Dies geht aus den neuesten Daten von 2012 hervor, die am 18. März anlässlich des bevorstehenden Welt-Tuberkulose-Tages 2014 am 24. März veröffentlicht wurden. Zwar nimmt die Zahl der Neuerkrankungen ab, doch das Problem liegt in den zunehmend multiresistenten und extrem resistenten Erregern.

Rund 353.000 Neuerkrankungen

Im Jahr 2012 gab es in den 53 Staaten der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 353.000 Neuerkrankungen mit Tuberkulose. Es lebten 492.000 Menschen mit der Erkrankung. Gleichzeitig - die Tuberkulose ist seit mehr als 50 Jahren medikamentös gut behandelbar - starben im gleichen Jahr in Europa rund 35.000 Patienten an der Krankheit, heißt es in einem von der WHO und dem EU-Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC/Stockholm) am 18. März veröffentlichten Bericht.

Die EU schneidet zwar im Gesamtbild besser ab, doch auch ihre Mitgliedsstaaten haben noch immer ein Tuberkuloseproblem. "2012 wurden in den EU-Mitgliedsstaaten und in den assoziierten Ländern (29) 68.423 Tuberkulose-Erkrankungen registriert. Rumänien machte einen Anteil von 27 Prozent aus. Die drei führenden Staaten bei der nach Zahlen absoluten Krankheitslast - Rumänien, Polen und Großbritannien - machten mehr als 50 Prozent aus", so der Report.

Jährlich reduziert sich in der Europaregion der WHO zwar die Zahl der neuen Tuberkulose-Erkrankungen, doch die Verbreitung von multi- und extrem resistenten Erregern sowie die regional und nach der sozialen Situation völlig unterschiedliche Verbreitung macht Probleme. So erkranken in der Europa-Region der WHO doppelt so viele Männer wie Frauen an der heimtückischen Erkrankung. 7,2 Prozent der Erkrankungen wurden unter Gefängnisinsassen diagnostiziert. 44 Prozent der neu entdeckten Tuberkuloseerkrankungen betrafen 25- bis 44-Jährige.

Schlechte Heilungschancen

Das größte Problem stellen multiresistente (MDR) und extrem resistente (XDR) Erreger dar. So wurden im Jahr 2012 in der Europa-Region 33.373 Patienten mit Tuberkulose neu diagnostiziert, die auf die wichtigsten Medikamente - Isoniazid und Rifampicin - nicht mehr ansprachen. Doch damit war nur die Hälfte der geschätzten 76.400 MDR-TB-Erkrankten mit schlechten bis sehr schlechten Heilungsaussichten diagnostiziert.

"Es gibt einen dringenden Bedarf für neue Anti-TB-Medikamente mit kürzerer und effektiverer Therapiedauer." Ähnlich auch Marc Sprenger, Chef des ECDC: "Wenn wir Patienten mit MDR-Tuberkulose nicht frühzeitig diagnostizieren und behandeln, bereiten wir den Weg für die XDR-Tuberkulose", sagte WHO-Europa-Generaldirektorin Zsuzsanna Jakab.

Das Problem definieren WHO und ECDC folgendermaßen: "In der EU und den assoziierten Staaten beendet nur jeder dritte Patient mit MDR-TB (34 Prozent, Anm.) die Behandlung erfolgreich. Mehr als die Hälfte davon stirbt, bei ihnen schlägt die Therapie fehl oder die Patienten verschwinden. Mit 25 Prozent Erfolgsrate bei XDR-Tuberkulose ist die Erfolgsrate bei diesen Patienten noch geringer." Gerade das aber trägt zur Weiterverbreitung bei. (APA/red, 18.3.2014)

  • Jährlich reduziert sich in der Europaregion der WHO zwar die Zahl der neuen Tuberkulose-Erkrankungen, doch die Verbreitung von multi- und extrem resistenten Erregern sowie die regional und nach der sozialen Situation völlig unterschiedliche Verbreitung macht Probleme.
    foto: apa/gudrun holland/robert koch institut

    Jährlich reduziert sich in der Europaregion der WHO zwar die Zahl der neuen Tuberkulose-Erkrankungen, doch die Verbreitung von multi- und extrem resistenten Erregern sowie die regional und nach der sozialen Situation völlig unterschiedliche Verbreitung macht Probleme.

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