Kommunalwahlen in Bayern: Dunkelschwarz ist out

Kommentar17. März 2014, 19:12
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Bei den Regionalwahlen zeigte sich, dass die Wählerinnen und Wähler in Bayern des Dunkelschwarzen hie und da schon ein bisschen überdrüssig sind

Man muss schon die Kirche im bayerischen Dorf lassen. Nach wie vor ist die CSU im Freistaat jene Partei, die die meisten Gemeinderäte, Landräte und Bürgermeister stellt. Und dennoch kann CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer mit den Ergebnissen der Kommunalwahl vom Sonntag nicht ganz zufrieden sein.

Insgeheim hat er sich eine Verlängerung seines im Herbst begonnenen Triumphmarsches ersehnt. Absolute bei der Landtagswahl, fast 50 Prozent der bayerischen Stimmen für die CSU bei der Bundestagswahl, hieß es damals.

Doch nun bei den Regionalwahlen zeigte sich, dass die Wählerinnen und Wähler in Bayern des Dunkelschwarzen hie und da schon ein bisschen überdrüssig sind. Natürlich folgen Kommunalwahlen eigenen Gesetzen, oft sind dabei Persönlichkeiten wichtiger als Parteien.

Dennoch dürfte bei vielen in der Wahlzelle doch die Sorge vor absoluter CSU-Dominanz eine Rolle gespielt haben, und so fand vielerorts am Sonntag Emanzipation statt.

Seehofer selbst hat auch sein Scherflein dazu beigetragen. Präsentierte er sich noch vor den Landtags- und Bundestagswahlen im Herbst 2013 als volksverbundener "Kümmerer", so irritierte er in den vergangenen Wochen vor allem bei der Energiewende mit seiner Sprunghaftigkeit und stellte Beschlossenes wieder infrage. Doch die Zeiten, in denen man so etwas als CSU in Bayern ungestraft machen konnte, sind mittlerweile auch vorbei. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 18.3.2014)

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