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Berufsbegleitend studieren – Studienbegleitend arbeiten

17. März 2014, 14:34

Gernot Rumpold studierte und arbeitete gleichzeitig. Allerdings schlug er einen anderen Weg ein, als ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren. Ob man Job und Studium unter einen Hut bringen kann, haben wir ihn gefragt.

Von der Universität in die Arbeit, von der Arbeit auf die Uni, und am Wochenende wird gebüffelt, bis der Kaffee ausgeht. Was auf den ersten Blick wie ein berufsbegleitendes Studium aussieht, muss nicht unbedingt ein solches sein, zeigt uns Gernot Rumpold. Er arbeitete und studierte gleichzeitig. Nur machte er neben einem 20-Stunden-Job kein berufsbegleitend angelegtes Studium, das sich in Sachen Zeitmanagement notfalls auch um einen Ganztags-Job schmiegen würde. Nein, Gernot Rumpold machte – mit Informatik – Software Engineering im Bachelor und Master – ein ganz normales Vollzeitstudium an der TU Wien, während er 20 Stunden in der IT-Firma rubicon arbeitete. „Ich hatte nie vor, ein berufsbegleitendes Studium zu machen. Mir war immer klar, dass ich ein Vollzeitstudium machen werde – was ich auch getan habe“, sagt Gernot Rumpold.

Vom Ferialpraktikum zum Job

Am Ende des ersten Semesters entschied er sich dazu, den Sommer über ein Ferialpraktikum zu machen, „um auch praktische Erfahrung zu sammeln“, wie er sagt. „Nach drei Monaten Praktikum ergab sich daraus die Option, weiterhin 20 Stunden pro Woche im Unternehmen zu arbeiten“, und diese Option nahm er an. „Ein berufsbegleitendes Studium, oder wie in meinem Fall ein Vollzeitstudium mit begleitender Berufstätigkeit bietet die Chance, früh zu erkennen, ob die Branche den eigenen Erwartungen entspricht, und man findet schnell heraus, ob man im Studium richtig aufgehoben ist. Weiters lassen sich in vielen Fällen Synergie-Effekte zwischen Job und Studium finden, wie zum Beispiel Projekte mit Firmenbegleitung oder der Gewinn neuer Sichtweisen, die im Studium so nicht vermittelt wurden. “

Doch Gernot Rumpold, mit 20 Wochenstunden Software-Entwickler bei rubicon IT GmbH, sieht auch ein Risiko, in der Ausbildungskombination, die er gewählt hat: „Die größte Gefahr ist aus meiner Sicht, als sogenannter Job-Out zu enden, also mit der Zeit sein Studium zu vernachlässigen und nach wenigen Jahren mit einer Vollzeitanstellung dazustehen – und mit einem abgebrochenen Studium.“

Mitarbeiter/innen, die während des Studiums ins Berufsleben einsteigen, strotzen vor Motivation, ist Magister Christian Rauscher, Lead Developer bei rubicon und Vorgesetzter von Gernot Rumpold überzeugt: „Sie wollen die auf der Universität gelehrten Inhalte in der Praxis anwenden und bringen immer wieder neue Ideen ein, die wir dann sehr gerne aufgreifen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass Kolleg/inn/en, die neben dem Job studieren, mit Studienkolleg/inn/en über ihre Firma und ihre Aufgaben sprechen. Das ist für uns eine gute Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu machen.“ So gab es auch öfter den Fall, dass Studierende Kolleg/inn/en vermittelten, worüber Christian Rauscher sehr dankbar ist.

Angestellte Studierende verlangen von einem Unternehmen ein Maximum an Flexibilität. Doch das war für Christian Rauscher nie Grund sich unnötig Sorgen zu machen. „Ich hatte nie Bedenken, dass die Arbeit zu kurz kommen könnte“, sagt er uns zu seiner Entscheidung, Gernot Rumpold mit dem Vollzeitstudium im Rücken anzustellen. „Ich habe selbst im Laufe meines Studiums zu arbeiten begonnen und kenne somit die Anforderungen, die ein/e Mitarbeiter/in an seine/ihre Firma stellt, genauso aber auch die Anforderungen, die die Firma an ihre Mitarbeiter/innen stellt.“

Abstimmung von Job und Studium

Aber ist das überhaupt eine gute Idee, wollen wir von Gernot Rumpold wissen, der ja diesen Weg seit Jahren geht. „Prinzipiell würde ich jedem dazu raten, Beruf und Studium gleichzeitig auszuüben, da beides eine große Bereicherung sein kann und Dinge sich gut ergänzen. Man sollte jedoch darauf achten, Studium und Job möglichst gut aufeinander abzustimmen.“

Zu bedenken gibt er aber, dass diese Doppelbelastung viel Zeit braucht und rät „Personen, die viel Wert auf ihre Freizeit legen, und der Meinung sind, dass ihr privates Umfeld nicht damit zurechtkommt, wenn man doch in manchen Phasen deutlich weniger gemeinsame Zeit verbringen kann, diese Entscheidung gut zu überdenken respektive mit allen Beteiligten abzusprechen.“ Er selbst hatte nie das Gefühl, auf etwas zu verzichten, sondern eher das Gegenteil war der Fall. Er betrachtete die berufliche Erfahrung und die Anwendung des theoretischen Wissens immer als Bereicherung und zog daraus auch seine Motivation, um durchzuhalten. „Rückblickend wäre es wohl schwieriger gewesen, nur eine der beiden Komponenten zu haben und dadurch Alltag und Routine aufkommen zu lassen“, erinnert er sich. “In meinem Fall gab es immer in mindestens einer der beiden Situationen spannende Dinge zu tun und zu lernen, was Motivation zur Selbstverständlichkeit machte.“

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