Bregenzer Auslastungsglück

19. Juli 2004, 14:49
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Alfred Wopmanns letzter Rekordsommer - Bilanz und Ausblick

Bregenz - Einen Besucherrekord verzeichneten die am Dienstag zu Ende gegangenen Bregenzer Festspiele: 230.204 Menschen sahen die Aufführungen seit 16. Juli - zehn Prozent mehr als im bisherigen Rekordsommer 1997. Die Gesamtauslastung beträgt 98 Prozent. Dabei verzeichnete allein die völlig ausverkaufte Inszenierung der West Side Story auf der Seebühne 205.202 Besucher.

Das Spiel auf dem See wurde heuer erstmals 28-mal gegeben, dank des trockenen Sommers musste keine einzige Aufführung abgesagt werden. "Höchst zufrieden" mit dem künstlerischen Ergebnis zeigt sich der scheidende Festspielintendant Alfred Wopmann. "Mit der West Side Story haben wir die logische Fortsetzung von La Bohème als Spiel auf dem See gefunden." Knapp 8000 Besucher sahen heuer die Oper im Festspielhaus, Das schlaue Füchslein, das entspricht einer Auslastung von 97 Prozent.

Das Schauspiel Maß für Maß am Martinsplatz war mit 2335 Zusehern und einer Auslastung von 96 Prozent ebenfalls praktisch ausverkauft; die Orchesterkonzerte kamen auf 6391 Besucher und eine Auslastung von 82 Prozent.

Bei den Bregenzer Festspiele 2004 steht als Spiel auf dem See wiederum die West Side Story auf dem Programm. 24 Aufführungen sind für die Wiederaufnahme angesetzt. Heuer war die Inszenierung ursprünglich 25-mal geplant gewesen, wegen der außergewöhnlich hohen Nachfrage wurden drei Zusatzaufführungen eingeschoben.

Troubadour möglich

Im Festspielhaus kommen nächsten Sommer zwei Einakter von Kurt Weill zur Aufführung: Es sind dies Royal Palace und Der Protagonist (Premiere ist am 21. Juli 2004). Die erste neue Produktion des kommenden Intendanten David Pountney auf der Bregenzer Seebühne könnte im Sommer 2005 (und 2006) Verdis Troubadour sein. Dafür gibt es allerdings noch keine offizielle Bestätigung. Weiter wird es Projekte auf der Werkstattbühne geben - unter anderem mit The Story of Io, einer Oper von Harrison Birthwistle.

Bezüglich seiner Zukunftspläne meinte Alfred Wopmann, es gäbe verschiedene Angebote, auch solche aus der Privatwirtschaft. Er habe sich aber noch nicht entschieden - "ich müsste ja an sich gar nichts mehr machen". Sicher ist nur: Er wird nach Bregenz nicht als Regisseur zurückkommen.

Bereits jetzt können übrigens Karten für die Bregenzer Festspiele 2004 schriftlich oder im Internet vorbestellt werden. (tos, APA /DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2003)

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