Salzburg braucht Bürgermeisterinnen

21. August 2003, 15:56
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"Crash-Kurs" für gemeindepolitisch interessierte Frauen startet Ende September

Salzburg - Salzburg hat als einziges Bundesland - ausgenommen Wien - keine Bürgermeisterin. Ein "Crash-Kurs" unter dem Motto "Von 0 auf 100 - Salzburg braucht Bürgermeisterinnen", organisiert vom Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes Salzburg, will dies ändern. Möglichst viele Frauen sollen, wenn es nach Salzburgs Frauenreferentin Gabi Burgstaller geht, für die Direktwahl am 7. März 2004 kandidieren: "Der Boden dafür muss aufbereitet werden."

Bisherige Kurse brachten mehr Frauen in die Polititk

50 Teilnehmerinnen nahmen bereits an zwei vorangegangenen PolitikerInnenlehrgängen von Frauen für Frauen teil. Eine davon ist die heutige Landesparteigeschäftsführerin einer Salzburger Landtagsfraktion. Eine weitere Absolventin sitzt jetzt im Salzburger Landtag. "Nun stellen wir uns der Herausforderung, Frauen für eine Kandidatur in den Gemeinden zu motivieren, sie in ihrem Entscheidungsprozess zu begleiten und ihnen das Handwerkszeug für den Job als Bürgermeisterin mitzugeben", betont Burgstaller.

Die Vermittlung von Grundwissen und Information zu Gemeindepolitik, Aufgaben und Pflichten im Bürgermeisteramt, stehen dabei im Mittelpunkt. Denn nur Frauen in Führungspositionen werden zu "Kamingesprächen" und Diskussionsrunden einladen. Erfahrene Praktikerinnen wie die Bürgermeisterin von Ampflwang in Oberösterreich, NAbg. Rosemarie Schönpass und Johanna Gruber, Bürgermeisterin von Gröbming (Steiermark), werden vor dem Lehrgang referieren und Anregungen für eine weiblich Politkarriere geben.

Geringer Frauenanteil

Der Frauenanteil in den Gemeindevertretungen der Salzburger Gemeinden beträgt 17,01 Prozent, von 1.992 GemeindevertreterInnen sind 339 weiblich, in der Gemeindevorstehung beträgt er 9,91 Prozent, von 746 Gemeinderäten sind nur 74 Frauen. 1999 haben sich in 119 Salzburger Gemeinden 264 Kandidaten der BürgermeisterInnen-Direktwahl gestellt, davon 13 Frauen.

"Frauen kommen leichter in den Landtag und Nationalrat. Die Gemeinde ist hingegen noch ein hartes Pflaster", resümierte Burgstaller. Viele Frauen in den Gemeinden trauen sich Führungsfunktionen noch immer nicht zu. "Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Politik macht es für Frauen zusätzlich schwer. Viele und lange Sitzungen und großteils ehrenamtliche Funktionen werden auch für Männer immer unattraktiver", so Burgstaller. (Gastautorin Christine Spranger)

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