CIA soll auch zweiten Todespiloten vom 11. 9. gekannt haben

21. August 2003, 14:05
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"Stern": US-Geheimdienst soll seit Jänner 2000 über Pläne von Ziad Jarrah Bescheid gewusst haben

Hamburg - Der US-Geheimdienst CIA hat laut einem Bericht des deutschen Magazins "Stern" auch bei einem zweiten Hamburger Todespiloten dessen Pläne zu einer Flugausbildung in den USA gekannt. Wie das Magazin am Mittwoch im Voraus berichtete, wurde Ziad Jarrah nach einem Aufenthalt in Afghanistan in den Vereinigten Arabischen Emiraten kurzzeitig festgenommen und verhört. Dabei habe er über seinen Afghanistan-Aufenthalt und seine USA-Pläne berichtet. Die Behörden hätten alles an die CIA weitergeleitet. Vier Monate später habe Jarrah trotzdem in die USA einreisen dürfen.

In der vergangenen Woche hatte der "Stern" bereits berichtet, dass die CIA auf Grund von Informationen des deutschen Verfassungsschutzes unter anderem gewusst habe, dass der Todespilot Marwan Alshehhi Kontakt zum Terrornetzwerk El Kaida unterhielt.

Mit Bezug auf ein vertrauliches Dokument der US-Bundespolizei FBI berichtet das Magazin nun in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, die CIA sei seit Jänner 2000 über die Absicht Jarrahs informiert gewesen, in die USA reisen zu wollen, um dort eine Flugausbildung absolvieren zu wollen. Jarrah steuerte am 11. September 2001 jenes Flugzeug, das über Pennsylvania abstürzte.

Demnach war der Libanese Jarrah bei einem Zwischenstopp von Afghanistan nach Hamburg in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen und vier Stunden lang vernommen worden. Jarrah sei damals direkt von einem afghanischen Trainingslager der Al Kaida gekommen, wo er sich zusammen mit den beiden anderen Hamburger Todespiloten, Mohammed Atta und Al Shehhi, mehrere Monate lang zur Ausbildung aufgehalten und sich auf den Anschlag in den USA vorbereitet habe.

Der Hamburger Student erzählte laut "Stern" den Behörden in Dubai von seinem Afghanistan-Aufenthalt und seinen USA-Plänen. Diese hätten alles an die CIA weitergeleitet. Obwohl Jarrah damit als El Kaida-Kämpfer identifiziert gewesen sei, ließen ihn die USA nur vier Monate später einreisen. Zarrah habe keine Schwierigkeiten gehabt, als er ein US-Visum beantragte und sich von Hamburg aus für eine Flugschule in Florida anmeldete. Demnach hatte die CIA mit Jarrah und Al Shehhi, der ein Flugzeug in den Südturm des World Trade Centers steuerte, zwei der drei Hamburger Todespiloten lange vor den Anschlägen im Visier. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die "Pennsylvania-Attentäter" - ganz rechts: Ziad Samir Jarrah

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