Mayr-Melnhof hält an Expansionszielen fest

24. August 2003, 20:52
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Zuwächse im Halbjahr dank Faltschachtelboom

Wien - Der Karton- und Faltschachtelhersteller Mayr-Melnhof (MM) will sein Standortnetz in Europa noch enger knüpfen und plant trotz schwieriger Marktsituation Akquisitionen in Russland und Spanien. "Es kann jederzeit dazu kommen", sagte MM-Vorstandschef Wilhelm Hörmanseder bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch.

Bereits fix ist der Ausbau der Fabrik in der Ukraine; dort werden in den kommenden zwei Jahren bis zu sieben Mio. Euro investiert. Derzeit sei man dabei, das Grundstück zu verdoppeln, sagte Hörmanseder. Das auf Zigarettenverpackungen spezialisierte ukrainische Werk, das MM durch den vor zwei Jahren erfolgten Kauf der deutschen Graphia AG miterworben hat, soll künftig auch den russischen Markt bedienen.

Neben Zigarettenverpackungen haben MM im ersten Halbjahr 2003 auch Zuwächse in der Faltschachteldivision geholfen, Ausfälle in der Kartonproduktion auszugleichen. "Wir haben bewusst die Auslastung in unseren Kartonwerken zurückgenommen, um den Verkaufspreis stabil zu halten", sagte Hörmanseder. "Das ist uns gelungen." Einzelne Werke seien drei bis fünf Tage pro Monat stillgestanden, die betroffenen Mitarbeiter hätten in dieser Zeit Überstunden und Urlaub abgebaut. MM ist laut Eigenangaben Weltmarktführer in der Kartonproduktion.

Konzernumsatz gestiegen

Der Konzernumsatz von Mayr-Melnhof ist im ersten Halbjahr 2003 um zehn Prozent auf 660,1 Mio. Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um vier Prozent auf 70,5 Mio. Euro zu, blieb aber unter den von Analysten erwarteten rund 74 Mio. Euro.

Durch eine höhere Steuerquote und Einmalaufwendungen ist der Periodenüberschuss um 10,6 Prozent auf 38,9 Mio. Euro gesunken. Die Einmalaufwendungen betreffen im Wesentlichen die Wertberichtigung der Beteiligung an der italienischen Reno de Medici. Das Unternehmen, an dem MM noch mit 2,4 Prozent beteiligt ist, hatte zuletzt große Probleme, der Aktienkurs stürzte ab. Bei einer kürzlich erfolgten Kapitalerhöhung ist MM nicht mehr mitgezogen.

Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte Hörmanseder nicht wagen, man sei aber optimistisch. Die Belastung durch die Lkw-Maut, die spätestens Anfang 2004 kommt, will man durch Optimierung der Transportwege möglichst gering halten. (stro, Der Standard, Printausgabe, 21.08.2003)

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