Ankunft in Deutschland

20. August 2003, 19:07
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Alle befreiten Geiseln gesund: "Wurden nicht misshandelt" - Leiche der Verstorbenen soll nach Deutschland überführt werden

Köln - Die freigekommenen 14 Sahara-Touristen sind am Mittwochmorgen in Deutschland angekommen. Sie landeten mit einem Luftwaffen-Airbus auf dem Flughafen Köln/Wahn.

Die ehemaligen Geiseln waren rund sechs Monate in Algerien und Mali festgehalten worden. Die neun Deutschen, vier Schweizer und ein Niederländer waren in der Nacht von der malischen Hauptstadt Bamako aus abgeflogen. Zuvor waren sie vom malischen Präsidenten Amadou Toumani Toure empfangen worden. Die Sahara-Urlauber waren vor rund sechs Monaten im Süden Algeriens von radikalen Moslems verschleppt und zuletzt auf malischem Gebiet festgehalten worden. Eine erste Geisel-Gruppe war im Mai befreit worden. Eine deutsche Geisel der zweiten Gruppe war Ende Juni an Erschöpfung gestorben.

Befreite Sahara-Geiseln alle gesund

Die freigelassenen Sahara-Geiseln verließen den Bundeswehr-Airbus und stiegen in einen Bus um, der sie zu einem nahe gelegenen Hotel brachte. Dort warteten ihre Angehörigen auf sie. Die ehemaligen Geiseln seien gesund, sagte der Staatssekretär im deutschen Außenministerium, Jürgen Chrobog, nach der Landung in Köln. Er war mit den Touristen in der Nacht aus Mali zurückgeflogen. "Auch mental sind alle in guter Verfassung", sagte Chrobog.

Die Geiseln seien bei der Rückkehr "entspannt und fröhlich und euphorisch" gewesen, so Chrobog. Er appellierte an die Öffentlichkeit, den neun Deutschen, vier Schweizern und einem Niederländer Zeit zu lassen, die Erlebnisse zu verarbeiten. Zu möglichen Gegenleistungen an die Entführer für die Freilassung wollte Chrobog nicht Stellung nehmen.

Immer wieder "sehr schwierige Phasen" der Verhandlungen

Zuletzt seien die Geiseln im Nordwesten Malis "sehr weit weg" von der Stadt Gao festgehalten worden, sagte der deutsche Diplomat. Von ihrem Versteck aus seien sie in einer "sehr strapaziösen Reise" über 500 Kilometer Wüstenpiste nach Gao gebracht worden, von wo aus sie am Dienstag in die Hauptstadt Bamako weitergeflogen waren. Chrobog räumte ein, dass sich die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln immer wieder in "sehr schwierigen Phasen" befunden hätten, "vor allem in den ersten Monaten in Algerien".

Michaela Spitzer starb an einem Hitzschlag

Eine Gefangene, die 46 Jahre alte Augsburgerin Michaela Spitzer, starb laut Chrobog am 28. Juni zu einer Zeit der ausgesprochen schwierigen Versorgung mit Wasser an einem Hitzschlag. Dass die Verpflegungssituation sich einen Tag später wieder verbessert habe, sei natürlich besonders tragisch. Spitzer sei im Kreis der anderen Geiseln gestorben. Es sei bekannt, wo die Leiche liege, und es werde versucht, sie nach Deutschland zu überführen.

Die Touristen waren vor einem halben Jahr in Algerien verschleppt worden. "Wir wurden nicht misshandelt, aber es gab Perioden der Anspannung und der Angst", hatte der Schweizer Marc Hediger vor dem Abflug in Mali gesagt. Die Männer und Frauen waren von radikalislamischen Geiselnehmern im algerischen Teil der Sahara am 22. Februar und am 8. März gemeinsam mit anderen Europäern verschleppt worden. (Reuters/APA/dpa)

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    Einige der befreiten Geiseln

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    Die freigelassenen Sahara-Geiseln Ema Schuster, Jürgen Mattheis, Kurt Schuster und Frank Gottlöber (v.r.) beim Verlassen des Airbus der Bundesluftwaffe in Köln.

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