Klarsichtfolie Topkin als Wundpflaster

22. August 2003, 14:51
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Biologisch abbaubare Abdeckung sorgt für weniger Schmerzen

Hamburg - Eine neuartige Wundabdeckung, die wie eine Klarsichtfolie aufgelegt wird, soll für Patienten große Erleichterung bringen: Ein schmerzhafter Verbandwechsel soll damit der Vergangenheit angehören. Darüber hinaus sorgt die Beschichtung für den rascheren Abbau gefährlicher Keime, berichtet die deutsche Arbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales.

PH-Wert geht auf 5,5 zurück

Topkin heißt die neue Wundabdeckung, die von Chemikern der Hamburger Universität und dem Unfall-Mediziner Christian Jürgens entwickelt wurde. Der neue Verband wird vom Darmstädter Unternehmen Biomet Merck BioMaterials hergestellt und europaweit vertrieben. Das Verbandsmaterial besteht aus einer Kombination der beiden Stoffe Polylactid und Caprolacton, die gut verträglich sind und in der Medizin bereits als Naht- und Implantatmaterial eingesetzt werden. Der Wundverband erfüllt die wesentlichen Anforderungen einer optimalen Abdeckung. Es ist durchsichtig, flexibel und biologisch abbaubar. Es verklebt nicht und vermindert das mögliche Keimwachstum erheblich, weil sich der PH-Wert des Wundgebietes von ca. 7 auf 5,5 vermindert.

Verbandswechsel entfällt

Topkin bleibt auf der Wunde und baut sich während des Heilungsprozesses ab, daher kann der schmerzhafte Verbandswechsel, der zum Teil auch neu gebildetes Gewebe vielfach wieder ablöst, entfallen. "Der Heilungsverlauf kann vom Arzt durch die durchsichtige Folie hindurch beobachtet werden", so Jürgens. Nach vorangegangenen Studien war auch der Wundschmerz und Juckreiz unter der Folie stark reduziert. Der Wundverband verursacht keine Allergien, schützt vor Austrocknung, und hat einen hohen Tragekomfort. Das bedeutet auch, dass es zu einer Verkürzung der Liegezeit und schnellerer Mobilisierung, Vermeidung von Verbandswechseln sowie einer starken Verminderung der Schmerzen kommt.

Zukünftige Einsatzgebiete dieser neuen Folie sieht der Hamburger Mediziner auch in der kosmetischen Chirurgie und in der Dermatologie beispielsweise nach dem Entfernen von Tatoos. (pte)

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