Immendorff droht bedingte Haftstrafe

21. August 2003, 14:17
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Kokain bringt deutschen Maler in Berufsprobleme - Bewährungsstrafe im Fall des sehr bedeutenden Künstlers wahrscheinlich

Düsseldorf - Der unter Verdacht des illegalen Drogenkonsums stehende deutsche Maler Jörg Immendorff muss mit einer Strafe von einem Jahr Haft auf Bewährung rechnen. Laut Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft vom Dienstag hatte das bei Immendorff beschlagnahmte Kokain einen Reinheitsgrad, der nach gängiger Rechtsprechung den Tatbestand des Besitzes einer "nicht geringen Menge" der Droge erfüllt.

Das deutsche Betäubungsmittelgesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr vor. Allerdings hatten die Düsseldorfer Strafverfolger bereits am Montag angedeutet, dass bei einer Verurteilung des nicht Vorbestraften, der zu Deutschlands bedeutendsten Künstlern der Gegenwart zählt, die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Verlust der Professur droht

Eine rechtskräftige Verurteilung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe würde laut Beamtengesetz für Immendorff bedeuten, dass er seine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie verliert. Das Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen will dazu erst eine Entscheidung treffen, wenn es von der Staatsanwaltschaft "offiziell unterrichtet" sein wird.

Die Fahnder hatten das Kokain am Samstag bei einer Razzia während einer Sexparty des Malers in einem Hotel und in Immendorffs Wohnung gefunden. Laut Staatsanwaltschaft gab Immendorff daraufhin zu, dass er seit Anfang der Neunzigerjahre - mit Unterbrechungen - Kokain konsumiert. (AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2003)

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    Der Maler (links) mit dem deutschen Kanzler Schröder bei der Ausstellung seiner Skulptur "Nase" im Museum von St. Petersburg im Mai dieses Jahres.

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