Flugbuchungen massiv eingebrochen

28. August 2003, 19:12
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Amadeus-Chef Kropp: "Stärkster Rückgang in Nachkriegszeit" - Allein im April gingen die Zahlen um ein Fünftel zurück

Wien - Was lange vermutet wurde, liegt nun schwarz auf weiß vor: Die Buchungen von Linienflügen sind massiv eingebrochen, von Jänner bis Juli machte das Minus 7,5 Prozent aus. "Das ist der stärkste Rückgang der Nachkriegszeit", sagte Wilfried Kropp, Chef des Reservierungssystems Amadeus Austria.

Dramatisch war der Rückgang in den Monaten März und April mit einem Minus von 11,3 respektive 21,8 Prozent, was Kropp auf den Irakkrieg und die daraus entstandene Flugangst zurückführt. Im Juli seien die Buchungen auf Vorjahresniveau gelegen, die Tendenz weise eindeutig nach oben. Weil die meisten Airlines aber aus Kostengründen Flüge aus dem Programm genommen haben, komme es immer wieder zu Kapazitätsengpässen. Kropp: "Es könnte teilweise mehr verkauft werden, wenn es Plätze gäbe."

Reisebüros hart getroffen

Hart getroffen vom Buchungsrückgang sind die Reisebüros, die heuer einen zweistelligen Umsatzrückgang zu verdauen hätten, sagt der Amadeus-Chef. Der Rückgang habe auch mit dem Auftreten von immer mehr Low-Cost-Carriers zu tun, die großteils nur über Internet oder Callcenter buchbar sind. "Dieses Geschäft geht an den Reisebüros vorbei, außerdem sind mit Auftreten der Billigairlines die Ticketpreise generell ins Rutschen gekommen, was die Umsätze auch wieder schmälert", sagte Kropp.

In der Touristik sei die Entwicklung weniger schlimm; zumindest die über Amadeus laufenden Datenmengen zeigten, dass sich das Geschäft nach einem rasanten Start zu Jahresbeginn und einer deutlichen Abkühlung in den Monaten darauf seit Mai wieder zu erholen beginne. (stro/DER STANDARD Print-Ausgabe, 20.8.2003)

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    Mit der Zahl der Reisebuchungen geht es abwärts.

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