Pharmafirmen: Einsparen bei Spitalsbetten

22. August 2003, 14:47
2 Postings

Generika in Österreich "viel zu teuer"

Alpbach - Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, sieht das Gesundheitswesen "eklatant unterfinanziert" und kritisiert gleichzeitig die überproportional gewachsenen Medikamentenausgaben (plus 42 Prozent von 1997 bis 2001), für die er überhöhte Spannen und Steuersätze und nicht die unter dem EU-Schnitt liegenden Abgabepreise der Industrie verantwortlich macht.

Seitens des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie (Fopi) wurde bei den Alpbacher Reformgesprächen am Dienstag eine Angleichung der Bettendichte an den EU-Durchschnitt gefordert. Damit wären aus dem stationären Bereich 2,9 Milliarden Euro umschichtbar, mehr als in Österreich für Medikamente ausgegeben würde, meint Fopi-Vizepräsident Peter Mateyka.

Vor zwei Jahren habe man die Pharmapreise um zwei Milliarden Schilling gesenkt - jetzt stehe man mit dem Rücken zur Wand, ergänzt Mateyka. Innovative Medikamente müssten hierzulande zur Zulassung unnötige Barrieren überwinden. Verzögerte und zu geringe Anwendung neuer Medikamente würden das Gesundheitssystem mit hohen Zusatzkosten belasten. Fopi-Chef Alexander Mayr befürwortet den vermehrten Einsatz von Generika. Allerdings seien die keinem Patentschutz mehr unterliegenden Medikamente in Österreich "viel zu teuer" und einige Hersteller würden wiederholt Generika auf den Markt bringen, deren Patentschutz noch nicht abgelaufen sei. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2003)

Share if you care.