Studium neu, Chaos alt

20. August 2003, 18:32
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ÖH erregt beschränkte "Pferdewissenschaft": Vorwurf des "offenen Rechtsbruchs" - mit Kommentar

Wien - "Einen offenen Rechtsbruch" ortet die österreichische Hochschülerschaft (ÖH): Das neu eingerichtete Studium der "Pferdewissenschaften" stößt zwar auf großes Interesse, aber viele Studenten haben keine Chance auf einen Studienplatz. Interessierte Studenten werden auf einer eigenen Homepage aufgefordert sich mit einem Lebenslauf um einen Studienplatz zu bewerben. Es haben sich bis jetzt 235 angemeldet, lediglich 50 Studienplätze seien allerdings vorhanden.

Georg Egger, Vorsitzender der Hochschülerschaft an der Veterinärmedizinischen Universität (HVU), hat schon Ablehnungsschreiben an Studenten vor sich liegen: "Die Vorgehensweise unserer Universitätsleitung ist rechtswidrig. Die Ablehnung wird mit einer zu hohen Studentenanzahl und mit Haushaltskürzungen begründet", so der Vorsitzende im STANDARD-Gespräch. Es handelt sich derzeit jedoch um ein individuelles Diplomstudium, das ab 2004 als ein regulärer, dreigliedriger Studienzweig (mit Bakkalaureat) geplant ist. "Wenn es als individuelles Diplomstudium anerkannt ist, dann kann man den Zugang rechtlich gesehen nicht beschränken", so Christine Iben, Vorsitzende der Studienkommission an der Veterinärmedizinischen Universität.

Die ÖH hat bei Bundesministerin Elisabeth Gehrer eine Aufsichtsbeschwerde eingebracht. Dem Ministerium erscheint die Angelegenheit "merkwürdig". Man werde dies auch eingehend prüfen, da der Zugang "natürlich nicht beschränkt werden darf". Vizerektor Erich Möstl räumt ein, dass die Bewerbung des Studiums auf der Homepage "unglücklich" sei. Jeder Interessent müsse einen Studienplan vorlegen, der genehmigt werden muss. (eba/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2003)

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von Eva Bachinger

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