Wolfgang Eder: Früher als erwartet am Voest-Ruder

20. August 2003, 19:13
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Der designierte Nachfolger von Franz Struzl ist seit 1978 im Voestalpine-Konzern - Seit Dezember 2002 zeichnet er für die Kernfunktion Stahlerzeugung verantwortlich

Linz/Wien - Mit dem Rücktritt von voestalpine-Chef Franz Struzl - vorbehaltlich der erwarteten Zustimmung durch den Aufsichtsrat am 19. September - wird dessen designiertem Nachfolger Dr. Wolfgang Eder (51) der Aufstieg auf die Konzernspitze vor der Zeit zuwachsen. Eder sollte plangemäß erst im Sommer 2006 die Nachfolge von Struzl mit Beendigung der Funktionsperiode des amtierenden Vorstandes übernehmen. Jetzt dürfte sich der Zeitpunkt auf Anfang 2004 verschieben, für den Struzl die vorzeitige Auflösung seines Vertrages angekündigt hat.

Gelernter Jurist

Eder hat ein Jusstudium absolviert und und ist nach dem Gerichtsjahr in Salzburg im Jahr 1978 in die Voest-Alpine AG eingetreten. Im Jahr 1995 hat Eder den Börsegang des Unternehmens in Wien vorbereitet und abgewickelt.

1991 wurde Eder Generalsekretär des Voest-Alpine-Konzerns und löste damit den späteren Generaldirektor Peter Strahammer ab, der später, im August 2001, tödlich verunglückt ist. 1995 wurde Eder in den Vorstand des Konzerns berufen, der mit dem Going Public in Voest-Alpine Stahl AG umbenannt worden war. Im September 1999 folgte Eder Strahammer auch als Vorstandsvorsitzender der Teilgesellschaft Voest-Alpine Stahl Linz GmbH nach. Im Juli 2000 übernahm Eder zusätzlich die neugegründete Division Automotive, die später in die Konzerndivision "motion" umbenannt wurde. Eder ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Kernkompetenz Stahl

Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes der voestalpine durch Struzl im September 2001 wurde Eder zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden nominiert. Seit der Vorstandserweiterung im Dezember 2002 auf sechs Mitglieder leitet Eder wie bisher die Divisionen Stahl und motion und daneben die Konzernfunktionen Investor Relations und Marktauftritt.

Damit führte Eder bisher einerseits die Kernfunktion des voestalpine-Konzerns, nämlich die Stahlerzeugung, und dazu die am raschest wachsende Division motion, die sich in Europa bereits als Zulieferer für Autokarosserien einen klingenden Namen gemacht hat. Die Division motion hat nach umfangreichen Akquisitionen binnen zweieinhalb Jahren von Null weg einen Umsatz von 758 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2002/03) erreicht und trägt zum Konzernumsatz 16 Prozent bei.

Bis Ende des Geschäftsjahres 2005/06 soll motion nach bisherigen Mittelfristplänen den Umsatz auf 1,5 Mrd. Euro weiter verdoppeln und einer der bedeutendsten Lieferanten von Auto-Rohkarosserien in Europa werden, wobei der Konzern für Akquisitionen Finanzmittel in Höhe von 700 Mio. Euro bereitstellt. (APA)

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    Wolfgang Eder, designierter Voest-Chef.

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