Schwere Kopfverletzungen fördern Parkinson

22. August 2003, 12:22
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Wieso es zwanzig Jahre später zum Krankheitsausbruch kommt, ist unklar

Baierbrunn - Schwere Kopfverletzungen erhöhen einer Studie zufolge das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Das berichtet die Apothekenzeitschrift "Gesundheit" mit Verweis auf eine amerikanischen Studie, bei der 196 Parkinson-Patienten mit ebenso vielen Gesunden verglichen wurden.

Eine schwere Kopfverletzung vervierfachte demnach das Risiko, später eine Parkinson-Erkrankung zu entwickeln. Bei sehr schweren Verletzungen, stieg es sogar auf das Elffache. Leichte Kopfverletzungen hatten nach Angaben der Forscher um James Bower von der Mayo-Klinik in Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) keine Auswirkung auf das Parkinsonrisiko.

Kausale Kette unklar

Wie es im Durchschnitt 20 Jahre später zu einer Parkinson-Krankheit kommen könne, sei jedoch ungeklärt. Die Forscher spekulieren, dass sowohl das Absterben von Nervenzellen verantwortlich sein kann als auch die Verletzung der so genannten Blut-Hirn-Schranke, eines Schutzwalls des Gehirns gegen unerwünschte Substanzen. Normalerweise beträgt das Parkinsonrisiko 1,7 Prozent. (APA/dpa)

Die Originalstudie ist im Fachjournal "Neurology" (2003, Bd. 60, S. 1610) veröffentlicht.
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