Vorstand: "Lassen uns nicht in Kompromiss streiken"

19. August 2003, 19:23
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AUA-Führung knüpft Weiterführung von Gesprächen ein die Einstellung von "Betriebsstörungen und Drohgesten"

Wien - Der Vorstand der Austrian Airlines (AUA) hat sich nach dem heutigen Scheitern der Gespräche weiterhin gesprächsbereit "über die erforderlichen Kostensenkungen im AUA-Flugbetrieb" gezeigt - allerdings "nur unter der Auflage der Einstellung von Betriebsstörungen und Drohgesten", wie es am Dienstag in einer Pressemitteilung hieß. Der AUA-Betriebsrat erkenne die Realitäten der aktuellen weltweiten Luftfahrtskrise nicht an, bei den Standpunkten sei auch heute keine Annäherung erzielt worden.

"Persönliche Konsequenzen"

"Wir können uns nicht in einen Kompromiss streiken lassen", betonte Marketingvorstand Josef Burger gegenüber der APA. Der AUA-Vorstand werde "alle erforderlichen Maßnahmen treffen", dass trotz Streikandrohung der Gewerkschaft "der Flugkomfort der Passagiere nicht beeinträchtigt" werde. U.a. sei an die Einbindung von zusätzlichen Flugzeug-Kapazitäten gedacht. AUA-Mitarbeiter müssten sich darüber im Klaren sein, "dass sie im Falle der Beteiligung an Streik- und Betriebsstörungen mit persönlichen Konsequenzen zu rechnen haben". Der Vorstand gehe allerdings davon aus, dass sich die Piloten von Lauda Air und Tyrolean Airways - wie bereits beim zweistündigen Warnstreik am vergangenen Donnerstag - nicht an den angedrohten Streiks beteiligen würden.

Die Gewerkschaft HTV (Handel, Transport, Verkehr) lasse sich "scheinbar zum Instrument der mit Abstand bestverdienenden Gruppe von 457 Mitarbeitern machen", die unter Patronanz der HTV und des AUA-Bordbetriebsrats "auch die Arbeitsplätze der restlichen 6.500 Mitarbeiter und die Qualität des Wirtschaftsstandortes" gefährde, kritisiert der AUA-Vorstand.

"Notwendigkeit"

Die vom Vorstand geplante Senkung der Kosten je Produktionseinheit (gemessen in Blockstunden) um 35 Prozent bis 2008 im AUA-Pilotenbetrieb sei eine "betriebswirtschaftliche Notwendigkeit", um die AUA weiterhin wettbewerbsfähig zu halten, betonte Burger. Dafür gebe es nur zwei Alternativen. Entweder man einige sich im Verhandlungsweg mit dem Betriebsrat auf eine gemeinsame Lösung, oder der Vorstand müsse die Maßnahmen selbst gestalten. Damit würde künftig eine allfällige Expansion der AUA-Gruppe nur dort statt finden, wo kostengünstig produziert werde, sprich bei Lauda Air und Tyrolean, nicht aber bei der AUA selbst.

Die von Vorstand erfolgte Aufkündigung des Unterwanderungsschutzes - der Betriebsvereinbarung "C-33", die den AUA-Piloten einen Anteil von mindestens 43 Prozent an der gesamten Produktion (Flugbetrieb) der AUA-Gruppe garantiert, trete mit Anfang 2004 in Kraft, so Burger. Damit seien ab 2004 mit "vom Vorstand selbst gestalteten Maßnahmen" zu rechnen, sollte man vorher keine Einigung mit dem Betriebsrat erzielen. (APA)

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