Archäologen planen Unterwassergrabung in Salzkammergutsee

22. August 2003, 14:50
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Erforschung der Pfahlbaudörfer dient Erkenntnisgewinnung für Nachbau

Linz - Die Archäologen des Oberösterreichischen Landesmuseums planen eine Unterwassergrabung in einem Salzkammergutsee, wie am Dienstag bekannt wurde. Sie wollen die Überreste von zumindest einem Pfahlbaudorf aus der Jungsteinzeit im Attersee oder im Mondsee intensiv erforschen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse könnten die Grundlagen für einen Nachbau als Freilichtmuseum bilden.

In der "Ötzi-Zeit" um etwa 3.500 vor Christus - die Archäologen sprechen auch von der "Kupferzeit" - lebten im Salzkammergut Bauern in Pfahlbaudörfern an den flachen Ufern von Attersee und Mondsee. Bisherige Forschungen des Bundesdenkmalamtes ergaben Hinweise auf die Überreste von rund 20 derartigen Siedlungen. Sie liegen in einer Tiefe bis zu zehn Meter.

Systematische Grabung

Die Archäologin Jutta Leskovar von der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Oberösterreichischen Landesmuseums ist an einer systematischen Grabung an zumindest einem dieser Siedlungsplätze sehr interessiert. Denn die Pfahlbauten gerieten irgendwann unter Wasser. Durch den Luftabschluss im Schlamm am Seegrund wurden sie konserviert.

"So finden wir dort nicht nur Metall-, Keramik- oder Stein-Gegenstände, sondern auch solche aus organischem Material, also Textilien, Holz oder Leder. Diese stellten in der Urgeschichte 90 Prozent des Materialaufkommens. Sie ausgraben, bearbeiten und dokumentieren zu können ist für die Archäologie ein Geschenk, das wir üblicherweise nicht haben", erläuterte Leskovar.

Förderer gesucht

Derzeit werden in Tauchgängen geeignete Fundstellen für eine Grabung erkundet, gleichzeitig werden finanzielle Förderer gesucht. Schon nächstes Jahr könnte mit einer groß angelegten Unterwassergrabung begonnen werden. Die dabei erwarteten Funde sollen nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht werden, um Aussagen über die Situation der Kupferzeit in der Seenregion machen zu können. Es sollte auch ein Freilichtmuseum an einem Seeufer gebaut werden, das die Ergebnisse der Grabung zeigen soll, plant Leskovar. (APA)

Das Oö. Landesmuseum verwirklicht heuer das Archäologie-Projekt "Worauf wir stehen - Archäologie in Oberösterreich". Bis zum 26.Oktober informieren Ausstellungen an mehreren Orten über die von Menschen hinterlassenen Spuren seit ihrem ersten Auftreten bis in die Zeit um 1.000 nach Christus.
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