Journalisten-Verband: US-Militär betrachtet Reporter als Freiwild

29. August 2003, 15:44
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Brief von "Reporter ohne Grenzen" an Rumsfeld

Mit scharfer Kritik am US-Militär haben Journalistenverbände auf die Erschießung des Kameramanns Mazen Dana im Irak reagiert. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Rolf Lautenbach, fragte, wie es eigentlich um die Ausbildung der US-Soldaten bestellt sei, die eine Kamera mit einem Raketenwerfer verwechselten. Der Fall Dana zeige - wie bereits der Beschuss des Journalistenhotels "Palestine" in Bagdad Anfang April - einmal mehr, dass das US-Militär Journalisten offenbar als Freiwild ansehe, kritisierte Lautenbach.

"Bestürzt und schockiert"

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" zeigte sich in einem Brief an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld "bestürzt und schockiert" über den Tod des 41 Jahre alten Palästinensers, der für die Nachrichtenagentur Reuters im Einsatz war. Die internationale Menschenrechtsorganisation forderte am Dienstag eine "objektive und schnelle Untersuchung", in der die US-Militärs nicht nur "Schönfärberei" betrieben.

Dana war am Sonntag von amerikanischen Soldaten erschossen worden, als er nach einem Anschlag Filmaufnahmen von einem Gefängnis westlich von Bagdad machen wollte. Die US-Streitkräfte sollen die Kamera irrtümlich für einen Granatwerfer gehalten haben. Laut "Reporter ohne Grenzen" hat Danas Tonassistent dagegen ausgesagt, die Soldaten hätten beide Männer gesehen und als Journalisten erkannt. (APA/dpa)

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